Deutschlands heiße Tage

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Infografik Nr. 126380

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Deutschland wird wärmer – das ist nicht nur gefühlt so, sondern lässt sich auch statistisch belegen. Daten dazu liefern die Messungen der über das ganze Land verteilten Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 stieg die Jahresmitteltemperatur in Deutschland um 1,6°C an. Auch die Anzahl heißer Tage mit Höchsttemperaturen über 30°C nahm über den gesamten Zeitraum zu. Zwar gab und gibt es zwischen den Jahren starke Schwankungen, denn Wetter ist – in kurzen Zeiteinheiten gesehen – ein durchaus chaotischer, zufälliger Prozess. Daher wird es auch weiterhin verregnete Sommer und kalte Winter geben. Aber der langfristige Trend ist eindeutig steigend. Das gilt umgekehrt für Eistage, an denen die Temperatur nicht über 0°C hinausgeht: Deren Zahl nimmt seit Jahrzehnten tendenziell ab. Während also die Sommer in Deutschland stetig heißer werden, werden die Winter immer milder. Klimamodelle lassen erwarten, dass dieser Trend anhält.

Zu rechnen ist demnach auch mit einer weiteren Zunahme von Hitzewellen. Dabei handelt es sich laut DWD um mehrtägige Perioden mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. In deutschen Großstädten traten besonders markante Hitzewellen in den Jahren 1994, 2003, 2006, 2015 und 2018 auf. In Europa sind solche Hitzewellen häufig die Folge von anhaltenden Hochdrucklagen, bei denen ein Hochdruckgebiet von zwei flankierenden Tiefdruckrinnen „eingekeilt“ wird (sogenannte „Omegalage“).

Eine anhaltende Wärmebelastung stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für ältere Menschen. Dabei spielt nicht nur die gemessene, sondern auch die gefühlte Temperatur eine Rolle. Letztere wird durch Parameter für Schwüle, Windstille und Sonneneinstrahlung mitbestimmt. Bei einer gefühlten Temperatur ab 32°C spricht der DWD von „starker“ und ab 38°C von „extremer“ Wärmebelastung. Der gesundheitsgefährdende Effekt von Hitzewellen wird noch verstärkt, wenn die Temperatur auch nachts nicht unter 20°C absinkt. In solchen Tropennächten kann sich der Körper nicht durch Abkühlung erholen. Außerdem kann Hitze auch indirekt die Gesundheit schädigen: Denn in Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung begünstigt sie die Bildung von Ozon in Bodennähe. Ozon ist ein Reizgas, das zu tränenden Augen, Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen führen kann.

Natürlich wirkt sich die Erwärmung auch auf die Umwelt aus. Zum Beispiel verschieben sich die jahreszeitlichen Entwicklungsphasen bei Pflanzen und Tieren. Trockenheit lässt Bäume wie die Fichte sterben und erhöht das Waldbrandrisiko. Und auch die Landwirtschaft leidet unter anhaltender Hitze.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2021
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