Beobachtung des Waldzustands

Beobachtung des Waldzustands

Infografik Nr. 126301

Ab Mitte der 1970er Jahre wurden in Deutschland großflächige Waldschäden beobachtet, die sich nicht in das Bild der bis dahin bekannten Schäden einordnen ließen. Zunächst zeigten sich an de ...

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Ab Mitte der 1970er Jahre wurden in Deutschland großflächige Waldschäden beobachtet, die sich nicht in das Bild der bis dahin bekannten Schäden einordnen ließen. Zunächst zeigten sich an den empfindlichen Weißtannen Symptome wie vergilbende Nadeln, Kronenverlichtungen und Rindenschäden, Nadelverlust und verlangsamtes Wachstum. Dann traten ähnliche Krankheitsmerkmale auch bei anderen Baumarten auf. Hauptursache dieser Schäden – so die gängige Diagnose – sind Luftschadstoffe (Schwefeldioxid, Stickoxide, Ammoniak, Ozon), die zusammen mit anderen Schadstoffen oder Ursachenkomponenten (wie Klima, Standort, Schädlings- und Pilzbefall, waldbauliche Fehler) auf die Bäume einwirken.

Um Ausmaß und Erscheinungsbild der Schäden zu erfassen, wird der Wald nach einem seit 1984 angewandten Verfahren stichprobenartig auf krankhafte Veränderungen hin beobachtet. Die Auswahl der Bäume orientiert sich dabei an einem Gitternetz, das die Bundesrepublik mit einem Rasterabstand von 16 km überzieht. Diese Waldzustandserhebung, die jährlich ein Gesamtbild der Vitalität des deutschen Waldes liefert, wird ergänzt durch eine Bodenzustandserhebung (zuletzt 2006-2008) und durch die Dauerbeobachtung typischer Waldökosysteme, wie sie derzeit an 68 ausgewählten Standorten im Bundesgebiet stattfindet. Im Rahmen dieses intensiven forstlichen Umweltmonitorings werden unter anderem die klimatischen Bedingungen, die Bodenbeschaffenheit, der Eintrag von Luftschadstoffen und das Wachstum der Bäume gemessen und in ihren Ursache-Wirkungs-Beziehungen untersucht.

Folgt man den Waldzustandsberichten, so hat sich die Situation der deutschen Wälder in den letzten drei Jahrzehnten insgesamt nicht verbessert. Der Anteil der ungeschädigten Bäume betrug zu Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 noch 44 %, sank aber 2004 auf seinen bisherigen Tiefststand von 28 % – eine Folge der anhaltenden Hitze und Trockenheit im Sommer 2003. Nach mehrjähriger Erholung verschlechterte sich die Lage erneut, so dass 2016 nur 31 % der Bäume ohne Schäden waren. Demgegenüber ließ mehr als ein Viertel (28 %) der Bäume deutliche Kronenverlichtungen erkennen (Schadstufen 2-4); weitere 41 % waren schwach geschädigt (Schadstufe 1).

Von den untersuchten Baumarten wies die Buche die stärksten Schäden auf; bei ihr häuften sich im letzten Jahrzehnt die Jahre mit extremen Beeinträchtigungen. Die Eiche, deren Bestände über lange Jahre unter Raupenfraß und Mehltaubefall litten, zeigte sich 2016 hingegen in besserer Verfassung. Bei der Kiefer lag der Anteil der deutlich geschädigten Bäume sogar nur bei 14 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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