Der Abfall eines Jahres

Der Abfall eines Jahres

Infografik Nr. 126610

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz definiert Abfall nüchtern und pragmatisch als alle Stoffe und Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Ob etwas Abfall ist oder nicht, hängt also in erster Linie vom Willen und Verhalten des Besitzers und von gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Allgemeinheit ab.

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„Abfall“ ist ein schillernder Begriff: Was der eine als unbrauchbar ausrangiert, erscheint einem anderen vielleicht noch als nutzbares Wirtschaftsgut oder ist einem dritten als Sammelobjekt lieb und wert. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz definiert Abfall nüchtern und pragmatisch als alle Stoffe und Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Ob etwas Abfall ist oder nicht, hängt also in erster Linie vom Willen und Verhalten des Besitzers und von gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Allgemeinheit ab.

Die Entsorgung von Abfällen erfolgt entweder durch Verwertung – sei es in stofflicher Form (Recycling) oder zur Energiegewinnung – oder durch Beseitigung (ggf. mit Verbrennung als Nebenfolge, Ablagerung). Nach den Ergebnissen der Abfallstatistik wurden in Deutschland 2018 rund 362 Millionen Tonnen Abfälle entsorgt (Nettoaufkommen). Im Jahr 2000 waren es noch 407 Mio t. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die rückläufige Bergbautätigkeit, zum Teil aber auch auf statistische Umstellungen zurückzuführen. • Bau- und Abbruchabfälle stellten mit 228 Mio t auch 2018 die mengenmäßig bedeutendste Abfallkategorie. Die • Siedlungsabfälle (darunter Hausmüll, Sperrmüll und getrennt eingesammelte Wertstoffe) häuften sich zu einem Berg von rund 50 Mio t. • Das bei der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen anfallende Restmaterial trug mit 29 Mio t zum Abfallaufkommen bei. Weitere 55 Mio t stammten vor allem aus • Produktion und Gewerbe (z.B. Metallabfälle, Schlacken).

Zusätzlich führt die Statistik die bei der Abfallbehandlung entstehenden • Sekundärabfälle auf, die eine nochmalige Behandlung durchlaufen müssen. Mit diesen zusammen belief sich das Abfallaufkommen 2018 auf 417 Mio t (brutto). Davon wurden gut vier Fünftel (338 Mio t) verwertet: 48 Mio t dienten als Ersatzbrennstoff in Zement-, Kalk- oder Kraftwerken; 290 Mio t fanden eine neue stoffliche Verwendung, darunter allein 200 Mio t Bau- und Abbruchabfälle, die unter anderem im Straßenbau, im Lärmschutz oder als Füllmaterial zum Einsatz kamen.

Gefährliche Abfälle (Sonderabfälle) machten 2018 nahezu 26 Mio t (6 % des gesamten Abfallaufkommens) aus. Auch sie konnten zum größeren Teil wieder in den Verwertungskreislauf zurückgeführt werden. Sämtliche nicht verwertbaren Abfälle sind zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsschäden zu beseitigen, indem sie verbrannt oder sicher abgelagert werden. 2018 endeten knapp 4 Mio t in Verbrennungsanlagen; 71 Mio t, einschließlich des Bergematerials aus dem Bergbau, wurden deponiert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2020
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