Bezieher von Niedriglohn

Bezieher von Niedriglohn

Infografik Nr. 737135

Der Lohn entscheidet über den Lebensstandard der großen Bevölkerungsmehrheit; er ist ein wichtiger Faktor der Lebenszufriedenheit. Die Höhe des (Stunden-)Lohns kann aber stark differieren – ...

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Der Lohn entscheidet über den Lebensstandard der großen Bevölkerungsmehrheit; er ist ein wichtiger Faktor der Lebenszufriedenheit. Die Höhe des (Stunden-)Lohns kann aber stark differieren – je nach Qualifikation und Berufstätigkeit der Beschäftigten, nach Wirtschaftszweig, Region und Arbeitsmarktsituation, Betriebsgröße und Art des Arbeitsvertrages, nach Alter und Geschlecht. Alle vier Jahre bringt eine europaweit durchgeführte Verdienststrukturerhebung Licht in die Lohnverhältnisse der beteiligten Länder.

Von gesellschaftspolitischer Bedeutung ist dabei nicht nur die absolute Höhe der Löhne, sondern auch deren Streuung um einen Mittelwert bzw. die Spreizung zwischen den niedrigsten und den höchsten Lohnsegmenten. Besonderes Augenmerk gilt dem sogenannten Niedriglohnsektor. Als Niedriglohn wird für statistische Zwecke ein Lohn bezeichnet, der zwei Drittel des mittleren Bruttostundenlohns oder weniger beträgt. Der mittlere Lohn (Median) teilt die Gesamtheit der Lohnbezieher in zwei Hälften, von denen die eine weniger, die andere mehr verdient als diesen mittleren Betrag.

In der EU lag der mittlere Bruttostundenlohn 2014 in Dänemark mit umgerechnet 25,50 € am höchsten, in Bulgarien mit 1,70 € am niedrigsten. In Deutschland verdiente der mittlere Arbeitnehmer 15,70 € in der Stunde, in Frankreich 14,90 €, in Großbritannien 14,80 €. Niedriglohnbezieher brachten höchstens zwei Drittel dieser mittleren Beträge nach Hause, in Deutschland also 10,50 € oder weniger.

Im Vergleich der EU-Länder zeigt sich, dass das Lohnspektrum in den nordischen Staaten und in Belgien vom mittleren Lohn nicht allzu weit nach oben und unten abweicht. Entsprechend gering ist demzufolge auch der Anteil der Arbeitnehmer, die sich mit einem Niedriglohn begnügen müssen. So bezogen in Schweden 2014 nur 2,6 % der Beschäftigten einen Niedriglohn. Demgegenüber sind die Lohndifferenzen in einigen osteuropäischen Ländern, aber auch in Großbritannien und Deutschland besonders ausgeprägt. So ist in den baltischen Staaten, in Polen und Rumänien etwa jeder vierte Arbeitnehmer ein Niedriglohnbezieher – immer gemessen am mittleren Lohn des jeweiligen Landes. In Großbritannien liegt der Anteil der Niedriglohnempfänger bei 21,3 %, in Deutschland bei 22,5 %.

EU-weit muss sich jeder Sechste (17,2 %) mit dem nationalen Niedriglohn begnügen. Besonders groß ist die Wahrscheinlichkeit, einen Niedriglohn zu beziehen, für Frauen (21,1 %) und jüngere Arbeitnehmer (30,1 %), für gering Qualifizierte (28,2 %) und befristet Angestellte (31,9 %).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2017
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