Einkommensungleichheit in der EU

Einkommensungleichheit in der EU

Infografik Nr. 737951

Einkommensungleichheit in der EU

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Anhand statistischer Indikatoren soll für alle EU-Länder regelmäßig überp ...

Verfügbare Produktformate:

Einkommensungleichheit in der EU Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Armut und soziale... mehr
Mehr Details zu "Einkommensungleichheit in der EU"

Einkommensungleichheit in der EU

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Anhand statistischer Indikatoren soll für alle EU-Länder regelmäßig überprüft werden, welche Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren sozialen Integration erreicht worden sind. Darauf hatte sich der EU-Gipfel von Laeken 2001 verständigt. Eine dieser Messgrößen soll die Ungleichheit der Einkommensverteilung erfassen. Sie setzt das Einkommen des obersten Fünftels einer Gesellschaft ins Verhältnis zum Einkommen des untersten, ärmsten Fünftels.

Wie aus aktuellen Zahlen des europäischen Statistikamts hervorgeht, ist die EU ihrem Ziel bisher noch nicht näher gekommen. Im Gegenteil: Durch die Schuldenkrise mit ihren sozialen Verwerfungen hat die Einkommensungleichheit in vielen Ländern noch zugenommen. Auch das Gesamtbild für die EU-28 zeigt ein stärkeres Auseinanderdriften der Einkommenslage: 2014 war das verfügbare Aquivalenzeinkommen im oberen Fünftel der EU-Bevölkerung rund 5,2-mal so hoch wie im unteren Fünftel. Was bedeutet „verfügbares Äquivalenzeinkommen“? Erwerbseinkommen, Kapitalerträge, Renten/Pensionen und Sozialtransfers abzüglich Steuern und Sozialbeiträgen ergeben das verfügbare Einkommen eines Haushalts. Dieses wird dann bedarfsgewichtet auf die im Haushalt lebenden Personen umgelegt. Dabei wird unterstellt, dass Erwachsene einen größeren Bedarf haben als Kinder und dass größere Haushalte durch gemeinsames Wirtschaften eine Kostenersparnis erzielen. Die erste erwachsene Person eines Haushalts erhält das Gewicht 1, jeder weitere Erwachsene das Gewicht 0,5, jedes Kind den Wert 0,3. Das Haushaltseinkommen geteilt durch die Summe der Gewichte ergibt das Äquivalenzeinkommen jedes Haushaltsmitglieds.

Auf dieser Grundlage lässt sich der Grad der Einkommensungleichheit in den Ländern der EU berechnen. In Tschechien liegen die Einkommen am dichtesten beieinander. Das oberste Fünftel hat dort etwa das 3,5-fache des untersten Fünftels zur Verfügung. Auch in Nordeuropa herrschen vergleichsweise homogene Einkommensverhältnisse. Anders in Süd- und Südosteuropa. So verfügt die oberste Schicht in Rumänien und Bulgarien über mehr als das 7-fache Einkommen der untersten Schicht. Als Folge der Schuldenkrise hat die Ungleichheit besonders in Spanien zugenommen. Vom 5,5-fachen vor der Krise stieg die Einkommensdifferenz bis 2015 auf das 6,9-fache. Doch auch in Deutschland sind die Einkommensunterschiede im letzten Jahrzehnt deutlich gewachsen. 2014 verhielt sich das Einkommen des untersten zu dem des obersten Fünftels der Bevölkerung wie 1 zu 5,1; 2005 lag das Verhältnis erst bei 1 zu 3,8.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 07/2016
Zuletzt angesehen