Männer-Frauen: Ungleichheit beim Lohn

Männer-Frauen: Ungleichheit beim Lohn

Infografik Nr. 737130

Männer – Frauen: Ungleichheit beim Lohn

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Männer – Frauen: Ungleichheit beim Lohn

Trotz formaler Gleichberechtigung sind Frauen in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt: Das drückt sich in einer niedrigeren Erwerbsbeteiligung, in geringeren Karrierechancen und nicht zuletzt in einer schlechteren Entlohnung aus. Die in der EU offiziell angestrebte Gleichstellung von Mann und Frau ist in den meisten europäischen Ländern noch längst nicht erreicht. Es gibt zwar durchaus positive Entwicklungen zu vermelden: So ist die Beschäftigungsquote der 20- bis 64-jährigen Frauen in der EU zwischen 2000 und 2014 von 57,3 % auf 63,5 % gestiegen. Von den Männern gleichen Alters gingen 2014 aber 75 % einer beruflichen Tätigkeit nach. Auch bei den meisten anderen Arbeitsmarkt-Indikatoren sind Frauen den Männern gegenüber nach wie vor im Rückstand.

Einem stärkeren beruflichen Engagement der Frauen steht in vielen Fällen die Beanspruchung durch Haushalt und Familie entgegen. Auch wo die Verbindung von Arbeit und Familie nicht von vornherein durch ein traditionelles Rollenverständnis erschwert wird, fehlt es noch häufig an den notwendigen Rahmenbedingungen für die Berufstätigkeit z.B. von Frauen mit kleinen Kindern. Frauen beschränken sich deshalb notgedrungen oft auf Teilzeitarbeit. So gingen in der EU 2013 rund 32 % der erwerbstätigen Frauen, aber nur 8 % der Männer einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Frauen sind auch häufiger als Männer in einfachen Berufen und in Wirtschaftsbereichen mit geringeren Qualifikationsanforderungen und unattraktiven Arbeitsbedingungen zu finden. Dagegen sind sie in naturwissenschaftlichen und Ingenieurberufen deutlich unterrepräsentiert – ein Folge auch der gesellschaftlichen Stereotypen und mentalen Barrieren, die den Zugang zu diesen Schlüsselberufen blockieren. Und schließlich bleibt Frauen oft der Weg in führende Positionen versperrt. So sind die Aufsichtsräte oder Verwaltungsräte der jeweils größten börsennotierten Konzerne in den EU-Ländern nur zu 20 % mit Frauen besetzt; von den Vorstandsvorsitzenden sind lediglich 3 % weiblichen Geschlechts.

Frauen schöpfen aus ihrer Berufstätigkeit daher in der Regel ein geringeres Sozialprestige und werden für ihre Arbeit schlechter bezahlt als Männer. Im Lohngefälle zwischen Männern und Frauen kommt die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt repräsentativ zum Ausdruck. Vergleicht man die durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhne für 2013, so verdienten Frauen in der EU 16,4 % weniger als Männer. Am größten war der Lohnabstand in Estland (29,9 %). In Deutschland wurden Frauen im Durchschnitt um 21,6 % niedriger entlohnt als Männer.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 04/2015
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