Kulturelle Aktivitäten in der EU

Kulturelle Aktivitäten in der EU

Infografik Nr. 762220

Kulturelle Teilhabe ist ein Stück Lebensqualität. Sie trägt zur Persönlichkeitsbildung bei, fördert das individuelle Wohlbefinden, weckt Kreativität, stärkt das Urteilsvermögen und die soziale Han ...

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Kulturelle Teilhabe ist ein Stück Lebensqualität. Sie trägt zur Persönlichkeitsbildung bei, fördert das individuelle Wohlbefinden, weckt Kreativität, stärkt das Urteilsvermögen und die soziale Handlungskompetenz. So lauten einige der Zuschreibungen, wie sie zum Beispiel die Kultur-Enquetekommission des Deutschen Bundestages 2007 formulierte. Dabei ist es zweitrangig, ob die kulturelle Teilhabe auf eigener Mitgestaltung beruht oder auf der Rezeption dessen, was andere geschaffen haben bzw. was als kulturelles Erbe die Zeiten überdauert hat. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 erhebt die kulturelle Teilhabe in den Rang eines unveräußerlichen Grundrechts: „Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben“ (Art. 27).

Wie sieht es aber konkret mit der Wahrnehmung dieses Rechts in den heutigen Gesellschaften aus? Im Rahmen der europäischen Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) wurden die EU-Bürger 2015 dazu befragt, ob und wie oft sie kulturelle Angebote nutzen (Kino, Theater/Oper/Konzert/sonstige Darbietungen, Kulturstätten/Museen/Kunstgalerien). Und ob sie selbst künstlerische Aktivitäten betreiben, zum Beispiel ein Instrument spielen, tanzen, malen oder als Darsteller auftreten.

Im Durchschnitt nutzten etwa zwei Drittel (64 %) der EU-Bürger wenigstens einmal im Lauf der letzten zwölf Monate eines der drei genannten kulturellen Angebote. 46 % waren mindestens einmal im Kino, 43 % in einer Live-Darbietung und ebenfalls 43 % im Museum oder einer sonstigen Kulturstätte. Hauptgrund wegzubleiben war der Mangel an Interesse – mehr noch als die Kosten oder die weite Entfernung. Am stärksten war die Nutzung kultureller Angebote in den nordischen Staaten, in Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien, am schwächsten in Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Griechenland und Italien. Deutschland lag mit einem Anteil von 73 % im oberen Drittel.

Bei den eigenen künstlerischen Aktivitäten belegten die Deutschen sogar den zweiten Rang hinter den Finnen: 67 % betätigten sich wenigstens einmal im Jahr auf künstlerischem Gebiet, 30 % sogar mindestens einmal in der Woche. Wenig Lust oder Gelegenheit, sich künstlerisch zu erproben, hatten dagegen die Befragten in Italien, Spanien oder Frankreich. Im EU-Durchschnitt war rund ein Drittel (35 %) der Bürger innerhalb des letzten Jahres künstlerisch aktiv. Die Frage nach den Gründen für die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern ist damit allerdings noch nicht beantwortet.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2017
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