Die Erweiterung der Europäischen Union

Die Erweiterung der Europäischen Union
Seitenanzahl

1

Infografik Nr. 715295

Das Erfolgsmodell des europäischen Zusammenschlusses übte auf die Nachbarstaaten lange eine starke Anziehungskraft aus. Bei ihrer Gründung 1957 bestand die Gemeinschaft aus sechs Mitgliedern (Belg ...

Verfügbare Produktformate:

Das Erfolgsmodell des europäischen Zusammenschlusses übte auf die Nachbarstaaten lange eine... mehr
Mehr Details zu "Die Erweiterung der Europäischen Union"

Das Erfolgsmodell des europäischen Zusammenschlusses übte auf die Nachbarstaaten lange eine starke Anziehungskraft aus. Bei ihrer Gründung 1957 bestand die Gemeinschaft aus sechs Mitgliedern (Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden). Anfang der 1960er Jahre bewarb sich Großbritannien um die Mitgliedschaft, scheiterte zunächst aber an der Ablehnung Frankreichs. Offenbar musste die Gemeinschaft erst genügend innere Stabilität gewinnen, ehe sie zur Aufnahme neuer Mitglieder bereit war. 1973 trat dann Großbritannien zusammen mit Irland und Dänemark bei.

Als nächste klopften Griechenland, Portugal und Spanien in Brüssel an. Während sich für Griechenland die Tür schon 1981 öffnete, mussten Spanien und Portugal noch bis 1986 warten. Die „Süderweiterung“ stellte eine große wirtschaftliche Herausforderung für die Gemeinschaft dar, bot aber auch die Chance, drei lange autoritär regierte Staaten in den Kreis der europäischen Demokratien einzubinden. Eine „stille Erweiterung“ vollzog sich, als mit der deutschen Einigung 1990 auch Ostdeutschland zur Europäischen Gemeinschaft stieß. Anfang der 1990er Jahre sah sich die Gemeinschaft zahlreichen neuen Beitrittswünschen gegenüber. Nachdem sie ihren inneren Ausbau bis 1993 in zwei großen Projekten (Binnenmarkt, Europäische Union) vorangebracht hatte, nahm sie 1995 Finnland, Österreich und Schweden auf.

Inzwischen drängten auch die ehemals sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas in die EU. Der Europäische Rat legte dazu 1993 die Kriterien fest, die für einen Beitritt erfüllt sein müssen: Institutionelle Stabilität als Garantie für eine demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, eine funktionsfähige Marktwirtschaft und die Fähigkeit, die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen zu übernehmen. Es brauchte mehr als ein Jahrzehnt tiefgreifender Reformen, ehe die Bewerberländer diesen Anforderungen gerecht wurden. 2004 nahm die EU zehn neue Mitglieder aus Ost- und Südeuropa auf; für Bulgarien und Rumänien verzögerte sich der Beitritt noch bis Anfang 2007. Im Sommer 2013 folgte Kroatien. Fünf weitere Staaten sind von der EU als Beitrittskandidaten anerkannt: Albanien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei. Beitrittsverhandlungen hat die EU mit Montenegro, Serbien und der Türkei aufgenommen. Potenzielle Beitrittskandidaten sind außerdem Bosnien-Herzegowina und der Kosovo.

Ab 2009 allerdings stellte eine Reihe von Krisen (Finanzkrise, Schuldenkrise, Flüchtlingskrise) die EU vor immer neue Zerreißproben. Island zog seinen Beitrittsantrag 2015 zurück und Großbritannien, die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU, stimmte im Juni 2016 per Referendum für den Austritt aus der Union.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 02/2018
Zuletzt angesehen