Regionale Unterschiede in der EU

Regionale Unterschiede in der EU

Infografik Nr. 725367

Zu den vorrangigen Zielen der EU gehört es, das Leistungs- und Wohlstandsgefälle in ihrem Inneren allmählich einzuebnen. Der Weg dorthin erweist sich aber als lang und mühsam. Wie aus Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat hervorgeht, erwirtschafteten die 28 EU-Mitgliedstaaten 2017 ein Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 30 000 € je Einwohner. Hinter diesem Durchschnitt verbirgt sich jedoch ein nach wie vor großes Leistungsgefälle zwischen „armen“ und „reichen“ Ländern.

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Zu den vorrangigen Zielen der EU gehört es, das Leistungs- und Wohlstandsgefälle in ihrem Inneren allmählich einzuebnen. Der Weg dorthin erweist sich aber als lang und mühsam, zumal bisher jede Erweiterung noch größere regionale Ungleichgewichte mit sich brachte. So lagen Irland, Griechenland, Spanien und Portugal bei ihrem Beitritt deutlich hinter den älteren Mitgliedsländern zurück. Gleiches gilt für den Osten Deutschlands, der 1990 hinzukam. Und mit ihrer Ost- und Süderweiterung nahm die EU weitere 13 Länder auf, deren wirtschaftliches Leistungsniveau noch weit unter dem EU-Durchschnitt lag.

Wie aus Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat hervorgeht, erwirtschafteten die 28 EU-Mitgliedstaaten 2017 ein Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 30 000 € je Einwohner. Hinter diesem Durchschnitt verbirgt sich jedoch ein nach wie vor großes Leistungsgefälle zwischen „armen“ und „reichen“ Ländern, zumal durch die Finanzkrise und die nachfolgende Eurokrise ab 2008 wieder neue Gräben aufgerissen wurden. Setzt man die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung der EU-28 gleich 100, so erzielte Luxemburg – in kaufkraftbereinigten Werten – mehr als das Zweieinhalbfache (253), Bulgarien (49) aber nur knapp die Hälfte davon.

Die Leistungsdaten klaffen noch weiter auseinander, wenn einzelne EU-Regionen (NUTS-II-Gebiete: Regierungsbezirke oder kleinere Bundesländer in Deutschland, Régions in Frankreich, Provincies in den Niederlanden usw.) miteinander verglichen werden. So lebte 2017 rund ein Viertel der EU-Gesamtbevölkerung in Gebieten, die weniger als 75 % des durchschnittlichen Pro-Kopf-BIP der Gemeinschaft erzielten. Achtzehn Regionen (ohne Überseegebiete) erreichten sogar weniger als 50 % der durchschnittlichen Wirtschaftskraft. Diese rückständigen Gebiete erstrecken sich am östlichen Rand der Gemeinschaft von Polen über Ungarn bis nach Rumänien, Bulgarien und in die griechische Ägäis. Schlusslichter im europäischen Vergleich sind die bulgarischen Regionen Severozapaden und Severen centralen mit nur 31 bzw. 34 % des EU-Durchschnitts. Rückschläge gegenüber dem bis 2008 bereits erreichten Stand waren vor allem in den von der Schuldenkrise betroffenen Gebieten in Griechenland, Süditalien und Spanien zu verzeichnen.

Weit über dem Durchschnitt rangiert dagegen eine Zone, die von Norditalien über Österreich, Süd- und Westdeutschland und die Benelux-Staaten bis nach England und Südirland reicht. Zudem heben sich meist die Hauptstadtregionen durch eine gesteigerte Wirtschaftstätigkeit – zu der allerdings auch die Pendler aus den umliegenden Regionen beitragen – vom jeweiligen Landesdurchschnitt ab.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2019
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