Geldmengen

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Infografik Nr. 715572

Geldmengen

Mit der Einführung des Euro Anfang 1999 fiel dem sogenannten Eurosystem – bestehend aus der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken der Euro-Teilnehm ...

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Geldmengen

Mit der Einführung des Euro Anfang 1999 fiel dem sogenannten Eurosystem – bestehend aus der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken der Euro-Teilnehmerstaaten – die Verantwortung für die Geldwertstabilität im gemeinsamen Währungsraum zu. Seine Aufgabe ist es seitdem, die Geldversorgung der Wirtschaft so zu steuern, dass Wachstumschancen genutzt werden können, aber der Geldwert erhalten bleibt. Eine der Säulen, auf die sich die europäischen Währungshüter bei ihren geldpolitischen Entscheidungen stützen, ist die monetäre Analyse, das heißt vor allem die Beobachtung und Bewertung der im Euro-Raum vorhandenen Geldmenge und ihrer Veränderung. Inflationäre Entwicklungen, so die Erfahrung, stehen im Zusammenhang mit der Ausweitung der Geldmenge. Wächst die Geldmenge auf mittlere Sicht wesentlich stärker als das volkswirtschaftliche Produktionspotenzial, ist die Preisstabilität und damit der Geldwert in Gefahr.

In der geldpolitischen Strategie der EZB hat seit Mai 2003 allerdings die wirtschaftliche Analyse Vorrang, mit der die kurz- und mittelfristigen Inflationsrisiken erkannt werden sollen. Erst in einem zweiten Schritt, zur Überprüfung der gewonnenen Erkenntnisse aus mittel- bis langfristiger Sicht, wird die monetäre Analyse beigezogen. Bei der Messung und Beobachtung der Geldbestände unterscheidet die EZB zwischen mehreren unterschiedlich weit gefassten Geldmengenaggregaten. In der Geldmenge M 1 sind nur die gänzlich liquiden Mittel enthalten: Bargeld sowie täglich fällige Bankeinlagen, die jederzeit in Bargeld umgewandelt oder für Zahlungen eingesetzt werden können. Die Geldmenge M 2 umfasst darüber hinaus auch Mittel, die zwar nicht unmittelbar für Zahlungen verfügbar sind, sich aber doch verhältnismäßig rasch mobilisieren lassen, nämlich kurzfristige Termineinlagen (mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren) und kurzfristige Spareinlagen. Zur weit abgegrenzten Geldmenge M 3 schließlich gehören neben M 2 auch die von Banken und anderen Finanzinstitutionen ausgegebenen marktfähigen Finanzinstrumente wie Geldmarktfondsanteile, Geldmarktpapiere, Repogeschäfte (Rückkaufsvereinbarungen) und Bankschuldverschreibungen mit bis zu 2-jähriger Laufzeit.

Ein jährliches Wachstum der Geldmenge M 3 um bis zu 4,5 % gilt aus Sicht der EZB als inflationsunschädlich. Im Gefolge der Finanz- und Eurokrise hat sich demgegenüber aber das gedämpfte M 3-Wachstum als Problem erwiesen: Es folgt aus der schwachen Entwicklung der Bankkredite an den Privatsektor und signalisiert damit auch ein mäßiges gesamtwirtschaftliches Wachstum.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 09/2014
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