Slum-Bewohner

Slum-Bewohner

Infografik Nr. 603143

Slum-Bewohner

Eines der Entwicklungsziele, die sich die Weltgemeinschaft für die Zeit bis 2030 vorgenommen hat, will Schluss machen mit einem düsteren Kapitel der Verelendung in den St ...

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Slum-Bewohner

Eines der Entwicklungsziele, die sich die Weltgemeinschaft für die Zeit bis 2030 vorgenommen hat, will Schluss machen mit einem düsteren Kapitel der Verelendung in den Städten der Dritten Welt: Es will für alle den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung sicherstellen und die bestehenden Slums aufwerten. Noch gehören Slums aber zum Erscheinungsbild der großen, scheinbar wild wuchernden Städte in Lateinamerika, Afrika oder Asien. Nach Definition der UN-Organisation Habitat ist ein Slum ein geschlossenes städtisches Siedlungsgebiet, dem es an mindestens einer der folgenden Bedingungen fehlt: Zugang zu sauberem Wasser, Anschluss an die sanitäre Versorgung, genügend Wohnfläche, dauerhafte Bauweise und sichere Besitz- oder Mietverhältnisse.

Rückblickend auf die Entwicklungsperiode ab 1990 sind durchaus Verbesserungen festzustellen: Bis 2014 konnten rund 320 Millionen Menschen aus slum-ähnlichen Lebensbedingungen befreit werden. Und in nahezu allen Entwicklungsregionen der Erde ging der Anteil der Slumbewohner an der Bevölkerung der Städte in diesem Zeitraum deutlich zurück. Besonders groß waren die Veränderungen in Südasien (mit einem Rückgang von 57 % auf 31 %), in Südostasien (von 50 % auf 28 %) und in Nordafrika (von 34 % auf 12 %). Lebten in der gesamten Dritten Welt 1990 noch 46 % der städtischen Bevölkerung in Slums, so waren es 2014 „nur“ noch 30 %.

Aber diese positive Entwicklung wird durchkreuzt durch die Tatsache, dass die Gesamtzahl der Slumbewohner 2014 mit 881 Millionen noch um ein Viertel höher war als zu Beginn der 1990er Jahre. Von der gesamten Weltbevölkerung haust derzeit also etwa jeder Achte in einem Slum – in bitterer Armut, unter mangelhaften hygienischen Bedingungen, oft in drangvoller Enge, in unsicheren Wohnverhältnissen, umgeben von Gewalt und Kriminalität. UN-Habitat führt diese gegenläufige Entwicklung auf das schnelle Wachstum der Städte zurück, mit dem Stadtplanung und -verwaltung oft nicht Schritt halten können. Vor allem dort, wo Korruption, der Mangel an Ordnung und politischem Willen, schlecht funktionierende Behörden sowie unflexible Finanzierungssysteme und Grundstücksmärkte im Spiel sind.

Slums sind zwar in erster Linie ein Phänomen der Verstädterung in der Dritten Welt, aber auch in entwickelteren Ländern kommt es zunehmend zu gravierendem Wohnungsmangel und „wilder“ Ansiedlung in städtischen Regionen. Auch dort droht die Gefahr des Ausschlusses aus der Teilhabe am städtischen Leben, mit geregelter Arbeit, Bildung und sozialem Schutz.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2016
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