Kindersterblichkeit

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Infografik Nr. 603145

Kindersterblichkeit

Die Rate der Kindersterblichkeit kann als Maßstab für den Entwicklungsstand eines Landes gelesen werden. Sie gibt an, wie viele von jeweils 1000 Lebendgebore ...

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Kindersterblichkeit

Die Rate der Kindersterblichkeit kann als Maßstab für den Entwicklungsstand eines Landes gelesen werden. Sie gibt an, wie viele von jeweils 1000 Lebendgeborenen noch vor dem fünften Geburtstag sterben. In dieser einfachen Kennzahl spiegeln sich die verschiedensten Aspekte der wirtschaftlichen und sozialen Lage: Einkommen, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung, Verbreitung von Krankheiten, Hygiene und medizinische Versorgung, Bildung (vor allem der Frauen und Mütter), Sicherheit vor Unfällen und Gewalt – kurz alles, was das alltägliche Leben von Kindern beeinflussen kann, die als schwächstes Glied einer Gesellschaft von deren Unzulänglichkeiten unmittelbar betroffen sind.

Folgerichtig diente die Kindersterblichkeit auch als ein zentraler Indikator für die Entwicklungsziele, die sich die Weltgemeinschaft zur Jahrtausendwende vornahm: Bis 2015 sollte die Sterblichkeit der Unter-5-Jährigen weltweit auf ein Drittel des Standes von 1990 (d.h. von 90 auf 30 je 1000 Lebendgeborene) gesenkt werden. Dieses Ziel wurde zwar nicht erreicht, doch waren deutliche Fortschritte zu verzeichnen. So ging die Zahl der Kinder, die im Alter von unter fünf Jahren starben, von 12,7 Millionen (1990) auf 5,9 Millionen (2015) zurück; die globale Rate der Kindersterblichkeit sank 2015 auf 43 je 1000 Lebendgeborene. In den reichen Ländern verringerte sie sich zwischen 1990 und 2015 von 12 auf 6 je 1000 Lebendgeborene. Entscheidende Verbesserungen erzielten aber selbst die armen Länder (low income countries), deren durchschnittliche Sterblichkeitsrate für die Unter-5-Jährigen von 188 auf 76 zurückging. Als Einzelbeispiele seien genannt: Niger mit einem Rückgang von 326 auf 96, Liberia (255 > 70), Malawi (242 > 64), Mosambik (240 > 79) oder Äthiopien (205 > 59).

Noch bleibt aber sehr viel zu tun, vor allem in Afrika südlich der Sahara, wo 2015 mehr als 2,9 Mio Kinder vor ihrem 5. Geburtstag starben, und in Südasien mit 1,9 Mio Todesfällen. Nahezu die Hälfte aller Sterbefälle unter 5 Jahren konzentrierte sich auf nur fünf Länder: Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Pakistan, Äthiopien und Indien. Die im September 2015 auf einem UNO-Gipfel verabschiedete Agenda für nachhaltige Entwicklung setzt nunmehr ein neues, anspruchsvolles Ziel: Bis 2030 allen vermeidbaren Todesfällen bei Neugeborenen und kleinen Kindern ein Ende zu setzen und die Sterblichkeitsrate für die Unter-5-Jährigen in jedem Land auf höchstens 25 je 1000 Lebendgeborene zu senken. Sorge bereitet insbesondere die neonatale Sterblichkeit (innerhalb der ersten 28 Tage nach der Geburt), der 2015 weltweit allein 32 von 1000 Lebendgeborenen zum Opfer fielen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2016
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