Tödliche Luftverschmutzung

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Weltweit atmen neun von zehn Menschen tagtäglich verschmutzte Luft ein – entweder inner- oder außerhalb der eigenen vier Wände. Gesundheitsschäden und Sterbefälle durch hochbelastete Umgebungsluft sind in Städten und Industrieregionen, aber auch in ländlichen Gebieten zu beobachten.

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Weltweit atmen neun von zehn Menschen tagtäglich verschmutzte Luft ein – entweder inner- oder außerhalb der eigenen vier Wände. Nach jüngsten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen dadurch jedes Jahr rund 7 Millionen Menschen vorzeitig ums Leben. 

Gesundheitsschäden und Sterbefälle durch hochbelastete Umgebungsluft sind in Städten und Industrieregionen, aber auch in ländlichen Gebieten zu beobachten. Die WHO nimmt an, dass im Jahr 2016 etwa 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle mit der durch Verkehrs- und Industrieabgase, Rauch- und Staubemissionen aus Kraftwerken und Heizungsanlagen oder durch Abfallverbrennung und Waldbrände hervorgerufenen Luftverschmutzung in Verbindung standen. In 58 % dieser Todesfälle führten eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder ein Schlaganfall zum Tod, weitere 18 % wurden durch eine chronische obstruktive Lungenkrankheit hervorgerufen, 6 % durch Lungenkrebs. Als letztlich ausschlaggebender Faktor wurde die Belastung durch Feinstaub mit einer Partikelgröße von weniger als 10 µm erkannt (1 µm = 1 Tausendstel Millimeter). Besonders schädlich sind Teilchen unter 2,5 µm: Derart winzige Staubpartikel können die Blut-Luft-Schranke in den Lungenbläschen überwinden und so in den Blutkreislauf gelangen.

Hinzu kommen die Risiken, die dadurch entstehen, dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung mit offenem Feuer heizt oder kocht – vor allem Afrika und Asien. Die verwendeten Brennstoffe wie Holz, getrockneter Dung oder Kohle verbrennen unter heftiger Rauchentwicklung, der im häuslichen Umfeld vor allem Frauen und Kinder ausgesetzt sind. Die WHO schätzt die Zahl der durch verschmutzte Innenluft ausgelösten Sterbefälle auf 3,8 Millionen jährlich. Als unmittelbare Todesursachen stehen dabei Lungenentzündungen und Erkrankungen der Herzkranzgefäße im Vordergrund (mit Anteilen von jeweils 27 %). Es folgen chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (20 %), Schlaganfälle (18 %) und Lungenkrebs (8 %).

Zu vielen Todesfällen tragen Belastungen sowohl der Innen- wie auch der Außenluft gemeinsam bei, so dass sich insgesamt die Zahl von 7 Millionen vorzeitig Gestorbenen ergibt. Am stärksten betroffen sind die Schwellen- und Entwicklungsländer der WHO-Region Südostasien (mit Indien, Bangladesch, Thailand und Indonesien), wo allein 2,4 Millionen Sterbefälle auf das Konto exzessiver Luftverschmutzung gehen. 2,3 Millionen vorzeitige Sterbefälle sind in der Region Westlicher Pazifik (mit China, Vietnam und den Philippinen) zu beklagen, weitere 1,0 Millionen in Afrika. Insgesamt entfällt der weit überwiegende Teil (über 90 %) der Sterbefälle auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2019
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