Gesundheit der Armen, der Reichen

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Infografik Nr. 660516

Ausgaben für die Gesundheit

Gesundheitsindikatoren sind ausgewählte Kennzahlen, aus denen sich auf die Gesundheit der Bevölkerung eines Landes oder einer Region, auf deren Gesundheitsv ...

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Ausgaben für die Gesundheit

Gesundheitsindikatoren sind ausgewählte Kennzahlen, aus denen sich auf die Gesundheit der Bevölkerung eines Landes oder einer Region, auf deren Gesundheitsversorgung und auf die dafür verfügbaren Ressourcen schließen lässt. Krankheitshäufigkeit (Morbidität), Sterblichkeit (Mortalität), Ernährung, Wohn- und Arbeitsbedingungen, Intensität körperlicher Bewegung, Rauchgewohnheiten, Medikamentenverbrauch oder Ärztedichte sind einige dieser Indikatoren. Mit Hilfe von Gesundheitsindikatoren lassen sich auch unterschiedliche Gesundheitssysteme nach objektiven Kriterien miteinander vergleichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, solche Vergleiche an Schlüssel-Indikatoren festzumachen, aus denen sich z.?B. Aussagen über die Finanzierung und die Leistungen des Gesundheitswesens, die Personalausstattung und die Informationsangebote gewinnen lassen. Ein solches Monitoring hilft dabei, die Effektivität unterschiedlicher Gesundheitssysteme einzuschätzen und ihre Schwächen und Stärken aufzudecken.

Der Indikator „Gesundheitsausgaben pro Kopf“ bezeichnet die Summe der öffentlichen und privaten Aufwendungen für die Gesundheit (Versicherungsleistungen, Sachleistungen, Barzahlungen usw.), umgerechnet auf die Zahl der Einwohner eines Landes. Er umfasst die Bereitstellung vorbeugender und heilender Maßnahmen (ambulante und stationäre Behandlung, Pflege, Medikamentenversorgung, Ernährungsmaßnahmen und Notfallhilfe) und die Familienplanung – nicht aber die Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation machen die enormen Unterschiede bei den Gesundheitsausgaben zwischen armen und reichen Regionen der Erde deutlich: Umgerechnet nach Kaufkraft wurden 2011 in den Ländern mit niedrigem Einkommen im Durchschnitt 64 $ pro Kopf für die Gesundheit aufgewandt, in den Ländern mit hohem Einkommen dagegen 4319 $ – fast siebzig Mal so viel. In den Ländern mit höherem Einkommen wird mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben aus öffentlichen Mitteln (einschl. der Sozialversicherung) finanziert; in den ärmeren Ländern müssen mehr als 60% privat bezahlt werden.

Im Ländervergleich der nach Kaufkraft gewichteten Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben lagen die USA 2012 mit 8895 $ in weitem Abstand an der Spitze. In Deutschland wurden 4617 $ ausgegeben. Schlusslicht im internationalen Vergleich war Äthiopien, wo nur 44 $ pro Kopf für die Gesundheit zur Verfügung standen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt wandten die USA 17,9% für die Gesundheit auf; in vielen Ländern der Dritten Welt waren es dagegen weniger als 4% des BIP.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 05/2014
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