Studienfach: MINT

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Infografik Nr. 685151

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Bei der Auswertung internationaler Schulvergleichstests erreicht die Bundesrepublik in der Regel keine Spitzenplätze. Aber es gibt Bereiche, in denen das deutsche Bildungssystem durchaus eine Vorbildfunktion für sich in Anspruch nehmen kann. Das gilt insbesondere für den Übergang zwischen Ausbildung und Beruf. Wie aus dem jährlichen Bildungsbericht der OECD („Bildung auf einen Blick“) hervorgeht, sind berufliche Bildung und Arbeitsmarkt in Deutschland gut miteinander verzahnt: Meist gelingt am Ende der Ausbildung der direkte Sprung in die Arbeitswelt. Junge Erwachsene mit einem mittleren beruflichen Abschluss müssen daher kaum befürchten arbeitslos zu werden; die Erwerbslosenquote für diesen Personenkreis ist mit 4,2 % weit niedriger als im OECD- oder EU-Durchschnitt (9,1 % bzw. 10,3 %).

Gute Noten gibt es für die Bundesrepublik auch auf einem anderen Gebiet. Als stark exportorientiertes Land, das sich auf dem Weltmarkt mit Hightech-Erzeugnissen und innovativen Dienstleistungen behaupten will, legt Deutschland besonderes Gewicht auf die Ausbildung von Nachwuchskräften mit technisch-wissenschaftlicher Qualifikation. Von den 25- bis 64-Jährigen mit tertiärer Bildung – dazu zählen Bachelor-, Master- und Diplomstudiengänge, aber auch die überwiegende Zahl der Meisterausbildungen und die Technikerausbildung – besitzen derzeit etwa 35 % einen Abschluss im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Für die dazu gehörenden, als besonders zukunftsträchtig geltenden Fachrichtungen wurde der Kurzbegriff MINT geprägt, zusammengesetzt aus den Initialen der Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Von den Anfängern eines Hochschulstudiums oder eines berufsorientierten Bildungsprogramms (wie einer Meister- oder Technikerausbildung) entschieden sich in Deutschland 2015 sogar fast 40 % für ein MINT-Fach, davon 9,9 % für Informatik und Kommunikationstechnik (ICT), 6,3 % für Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik und 23,3 % für Ingenieurwesen, Industrie und Bauwesen. Die Bundesrepublik belegte damit den ersten Rang im OECD-Vergleich – mit großem Abstand zum OECD- und EU-Durchschnitt (jeweils rund 27 %). Vergleichszahlen für Frankreich, Italien und die USA standen nicht zur Verfügung.

Verbesserungswürdig erscheint der Anteil der Frauen in den MINT-Fächern. Sie stellten in Deutschland 2015 lediglich 28 % der MINT-Anfänger (gegenüber 30 % im Durchschnitt der OECD-Länder und sogar 37 % in Großbritannien). Noch weit niedriger war die Frauenquote in den technisch-wissenschaftlichen Fächern allerdings in Japan (mit 16 %).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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