Technische Innovationen - Vom Faustkeil zum Internet

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Infografik Nr. 685060

Technik gehört (neben einer komplexen Sprache) zu den wichtigsten Merkmalen, die den Menschen von den Tieren abhebt. Zwar nutzen auch Affen oder Vögel in begrenztem Maße „Werkzeuge“, wenn sie etwa mit Steinen Nüsse knacken – aber die Steinwerkzeuge, die vor etwa 2,5 Mio Jahren zeitgleich mit den frühesten Hominiden-Funden aus dem Dunkel der Urgeschichte auftauchen, zeigen eine neue Qualität: Diese aus herumliegenden Steinen hergestellten „Geröllgeräte“ wurden durch Abschläge gezielt bearbeitet, um scharfe Kanten zum Schneiden, Hacken oder Schaben zu erhalten.

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Technik gehört (neben einer komplexen Sprache) zu den wichtigsten Merkmalen, die den Menschen von den Tieren abhebt. Zwar nutzen auch Affen oder Vögel in begrenztem Maße „Werkzeuge“, wenn sie etwa mit Steinen Nüsse knacken – aber die Steinwerkzeuge, die vor etwa 2,5 Mio Jahren zeitgleich mit den frühesten Hominiden-Funden aus dem Dunkel der Urgeschichte auftauchen, zeigen eine neue Qualität: Diese aus herumliegenden Steinen hergestellten „Geröllgeräte“ wurden durch Abschläge gezielt bearbeitet, um scharfe Kanten zum Schneiden, Hacken oder Schaben zu erhalten. Sie markieren den Beginn der Steinzeit, in deren Verlauf die Menschheit über Millionen von Jahren praktisch nur ihre Steinwerkzeuge verfeinerte. Einzig die Nutzbarmachung des Feuers kam vor etwa 1,0 Mio Jahren als wichtige Innovation hinzu. Sie fällt noch in die Zeit des Homo erectus, der wohl auch schon eine einfache Sprache beherrschte. Der moderne Homo sapiens, dessen älteste Fossilien auf ca. 300000 Jahre vor unserer Zeit datieren, blieb noch über hunderttausende Jahre auf Steinwerkzeuge und ein Leben als Jäger und Sammler beschränkt. Erst vor etwa 10000 Jahren, in der Jungsteinzeit, erfand der Mensch in Vorderasien den Ackerbau und die Viehzucht. Die Folgen dieser „neolithischen Revolution“ können kaum überschätzt werden. Die Landwirtschaft machte den Menschen sesshaft, führte zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft, ließ Städte entstehen und den Handel aufblühen. Auf dieser Basis entwickelten sich bald erste Staatswesen, zuerst in Mesopotamien. Dort wurden später auch das Rad und die Schrift erfunden.

Die Steinzeit endete, als der Mensch die Metallverarbeitung zu beherrschen lernte, zuerst Bronze, später das härtere Eisen. In der Antike entdeckte Archimedes die Hebelgesetze, die Grundlage der Mechanik. Nach einer Phase relativ geringer technischer Innovation im Mittelalter revolutionierte im 15. Jahrhundert die Erfindung der Druckerpresse die Kommunikation und die hochseetaugliche Karavelle ermöglichte die Entdeckungsfahrten, mit denen in der Frühen Neuzeit die „Globalisierung“ begann.

Doch erst die von England ausgehende industrielle Revolution um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert veränderte die Welt wieder derart grundlegend wie zuletzt die neolithische Revolution. Innovation folgte auf Innovation, und in nur 200 Jahren entstand aus der agrarischen Welt der vorangegangenen Jahrtausende die hochtechnisierte Welt, wie wir sie heute kennen. Die technische Entwicklung revolutionierte nicht nur Transport, Kommunikation und Produktionsformen, sondern verwandelte auch die Gesellschaft und schuf den Großteil der sozialen Konflikte und Probleme, die uns noch immer beschäftigen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2018
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