Die Vierte Welt

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Infografik Nr. 603656

Die Vierte Welt

Die sogenannte Dritte Welt umfasst mehr als 150 Entwicklungsländer. Während einige dieser Länder in den letzten drei Jahrzehnten gewaltige wirtschaftliche und soziale F ...

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Die Vierte Welt

Die sogenannte Dritte Welt umfasst mehr als 150 Entwicklungsländer. Während einige dieser Länder in den letzten drei Jahrzehnten gewaltige wirtschaftliche und soziale Fortschritte erzielen konnten, kämpfen andere nach wie vor ums nackte Überleben. Diese Ärmsten der Armen werden zusammen oft auch als Vierte Welt bezeichnet. Es handelt sich dabei um Staaten, die von den Vereinten Nationen in die Liste der Least Developed Countries (LDC), d.h. der am wenigsten entwickelten Länder, aufgenommen wurden. Den Ländern dieser Liste werden in der Zusammenarbeit mit internationalen Entwicklungsorganisationen und einzelnen Geberländern besonders günstige Bedingungen zugestanden. Die erste, von der UN-Generalversammlung im November 1971 verabschiedete LDC-Liste führte 25 Länder auf. Sie wurde seitdem mehrfach verändert und erweitert. Derzeit (2016) erstreckt sie sich auf 48 Länder mit zusammen rund 955 Mio Einwohnern (13 % der Weltbevölkerung), aber nur gut 1 % der Weltwirtschaftsleistung. Als weiteres Land wäre Simbabwe der Vierten Welt zuzurechnen; es lehnt jedoch eine Aufnahme in die LDC-Liste ab. Vier Ländern gelang es bisher, aus der LDC-Liste „aufzusteigen“ (Botswana, Kap Verde, Malediven, Samoa). Die nächsten Aufstiegskandidaten sind Angola, Äquatorial-Guinea und Vanuatu.

Die Kriterien für die Zugehörigkeit zu den LDC berücksichtigen besonders die langfristigen Entwicklungshemmnisse, die sich aus strukturellen Schwächen oder der zu geringen Ausschöpfung der menschlichen Ressourcen ergeben. Nach der Überprüfung der LDC-Liste durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat (2015) gelten im Einzelnen folgende Merkmale: • Niedriges Pro-Kopf-Einkommen (unter 1035 US-$ pro Jahr); • schwach entwickeltes Humankapital, gemessen anhand eines Index, der Daten zu Ernährung, Gesundheit und Bildung einbezieht; • Wirtschaftliche Anfälligkeit, wie sie in einer geringen Bevölkerungszahl und einer Lage fernab der internationalen Märkte, in Schwankungen der landwirtschaftlichen Produktion und des Exports, in einer rückständigen Wirtschaftsstruktur und in den Auswirkungen von Naturkatastrophen zum Ausdruck kommt.

Im Rahmen der Vereinten Nationen befassten sich bisher vier große Konferenzen mit der Lage der Vierten Welt: 1981 und 1990 in Paris, 2001 in Brüssel und 2011 in Istanbul. Die Konferenz von Istanbul betonte die Rolle ausländischer Direktinvestitionen und des privaten Sektors für die Überwindung der Armut. Ihr Ziel, die Zahl der LDC-Länder bis 2020 auf die Hälfte zu senken, bleibt unerreichbar. Doch werden in den nächsten Jahren mehr Länder als zuvor die Vierte Welt hinter sich lassen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2016
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