Militärausgaben weltweit

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Militärausgaben weltweit

Nach Schätzungen des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) beliefen sich die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2014 auf 1776 Mrd US-$ (zu laufenden Preisen und Wechselkursen). Das entsprach etwa 2,3 % der Weltwirtschaftsleistung. Auf die Weltbevölkerung umgelegt, wurden 245 US-$ pro Kopf für militärische Zwecke aufgewandt. Betrachtet man die reale Entwicklung (zu konstanten Preisen und Wechselkursen von 2011), gingen die globalen Militärausgaben ab 2011 leicht zurück. Allerdings lag ihr Niveau immer noch um fast zwei Drittel höher als gegen Ende der 1990er Jahre.

Im Ländervergleich standen die USA mit Ausgaben von 610 Mrd US-$ auch 2014 mit weitem Abstand an der Spitze. Auf die führende Großmacht entfiel allein ein Drittel (34 %) des globalen Militäraufwands; ihr Militärbudget überstieg das der nächsten sieben Staaten zusammen. Seit 2011 sanken die Militärausgaben der USA jedoch, nachdem sie infolge der Terrorangriffe vom 11. September 2001 stark und stetig gestiegen waren. Ausschlaggebend dafür waren die nach der Finanz- und Wirtschaftskrise eingeleiteten Sparmaßnahmen zum Abbau des amerikanischen Haushaltsdefizits. Dämpfend auf die Militärausgaben wirkten auch der Abzug der US-Truppen aus dem Irak und die Reduzierung der Truppen in Afghanistan.

Auch in Europa führten die finanzpolitischen Zwänge aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und der ihr nachfolgenden Schuldenkrise zu einer Kürzung der Militärbudgets. So rutschten Frankreich und Großbritannien mit Ausgaben von 62 bzw. 60 Mrd US-$ auf den fünften und sechsten Rang unter den Militärmächten; Deutschland folgte mit 46 Mrd US-$ auf Rang 8.

In Osteuropa und im Nahen Osten dagegen wuchsen die Militärausgaben 2014 weiter an, angeheizt von regionalen Konflikten (Ukraine, Syrien, Irak) und gespeist von den bis Mitte 2014 hohen Ölpreisen. Die Militäraufwendungen Russlands, das seine Streitkräfte bis 2020 umfassend modernisieren will, stiegen gegenüber dem Vorjahr um 8 %. Saudi-Arabien erhöhte sein Militärbudget sogar um 17 % und rückte damit (vorbei an Frankreich und Großbritannien) auf den vierten Rang weltweit.

In Asien setzte China mit Ausgaben von 216 Mrd US-$ den raschen Ausbau seiner militärischen Kapazitäten fort. An ihrem Militäraufwand gemessen, nimmt die Volksrepublik seit 2008 den zweiten Rang hinter den USA ein; Japan wurde bereits 2006 überholt. Die Aufrüstung Chinas beunruhigt nicht nur die USA, sondern vor allem die Nachbarn, mit denen offene Territorialkonflikte im chinesischen Meer bestehen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2015
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