Frauen in der Arbeitswelt

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Die Zeiten, in denen die gesellschaftliche Rolle der Frau allein durch die drei K – Kinder, Küche und Kirche – bestimmt wurde, sind passé. Ein kla ...

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Frauen in der Arbeitswelt

Die Zeiten, in denen die gesellschaftliche Rolle der Frau allein durch die drei K – Kinder, Küche und Kirche – bestimmt wurde, sind passé. Ein klares Indiz dafür liefert die Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit in den Industriestaaten. Dort ist der Abstand zu den Männern, was die Beteiligung am Arbeitsleben angeht, im Lauf der letzten fünf Jahrzehnte deutlich zusammengeschrumpft. Im Durchschnitt der OECD-Länder gehen heute 73 % der Männer, aber auch schon fast 58 % der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren einer beruflichen Tätigkeit nach. Allerdings weichen die Verhältnisse in den einzelnen Ländern nach wie vor stark voneinander ab.

In den nordischen Ländern war die Quote erwerbstätiger Frauen seit jeher überdurchschnittlich hoch. Zuletzt (im Jahr 2013) lag sie in Norwegen bei 74 %, in Island sogar bei 80 %. Die angelsächsischen Länder weisen ebenfalls traditionell hohe Anteile beruflich aktiver Frauen auf, auch wenn der Trend zu längerer Ausbildung den Einstieg in den Beruf hinauszögert. So waren 2013 in Kanada 70 %, in Neuseeland 68 % und in Großbritannien 67 % der Frauen berufstätig, in den USA immerhin 62 %. Unter den westeuropäischen Ländern sticht die Schweiz hervor, wo 74 % der Frauen eine Erwerbstätigkeit ausüben.

Starke Veränderungen sind in jüngster Zeit allerdings in der Europäischen Union zu beobachten. Als treibende Kraft wirkten dabei auch die Zielvereinbarungen im Rahmen der EU, einen größeren Teil der Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter ins Arbeitsleben zu integrieren und sie später in den Ruhestand zu verabschieden. Zwar zogen die Finanz- und die Eurokrise zum Teil schwere Rückschläge für diese beschäftigungspolitischen Ziele nach sich, doch ist die Erwerbsorientierung der Frauen in einigen EU-Ländern markant gestiegen. So waren in Deutschland 2013 knapp 69 % der Frauen erwerbstätig (gegenüber 58 % im Jahr 2000). In den Niederlanden stieg diese Quote im gleichen Zeitraum von 63 auf 70 %, in Frankreich von 55 auf über 60 % und in Spanien von 42 auf 51 %. Entscheidend dafür war die Ausweitung der Frauenerwerbstätigkeit in den älteren Jahrgängen (55 bis 64 Jahre).

Die Unterschiede der weiblichen Erwerbsbeteiligung wurzeln tief in der jeweiligen Alltagskultur. In Ländern mit niedriger Erwerbsquote ist das Ein-Verdiener-Modell, in dem der Mann für das Familieneinkommen sorgt und die Frau sich um Haushalt und Kinder kümmert, immer noch weit verbreitet. Das Erwerbsverhalten vor allem verheirateter Frauen kann aber durch politische Maßnahmen – wie die Förderung der Kindertagesbetreuung oder günstige Steuerbedingungen für Zweitverdiener – beeinflusst werden.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2015
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