Frauenerwerbstätigkeit in der EU

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Frauenerwerbstätigkeit in der EU

Je weiter der demographische Wandel voranschreitet und mit ihm der erwartete Mangel an Fachkräften näher rückt, desto größer ist das Interesse der Wirt ...

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Frauenerwerbstätigkeit in der EU

Je weiter der demographische Wandel voranschreitet und mit ihm der erwartete Mangel an Fachkräften näher rückt, desto größer ist das Interesse der Wirtschaft, Frauen mehr als bisher in den Arbeitsmarkt einzubinden. Aber es gibt auch andere Gründe, die für eine stärkere Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben sprechen. So ist die eigene Berufstätigkeit für viele Frauen der Weg, sich aus der Abhängigkeit als Nur-Hausfrau und Mutter zu lösen, selbstständige Interessen zu entwickeln und finanziell auf eigenen Beinen zu stehen – auch für den Fall, dass die Partnerschaft oder Ehe einmal scheitert. Von Seiten der Politik wird die Mehrbeschäftigung von Frauen unterstützt, am wirksamsten wohl durch den Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder.

Im Rahmen der EU wurde für das Jahr 2010 bereits eine Beschäftigungsquote von 60 % (bezogen auf die weibliche Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren) als Ziel formuliert – mit 58 % allerdings nicht ganz erreicht. Das neue EU-Beschäftigungsziel für das Jahr 2020 spricht die Frauenerwerbstätigkeit nicht mehr gesondert an: Die Gesamtquote der Erwerbstätigen soll auf 75 % der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren gesteigert werden. Um dies zu erreichen, werden viele EU-Länder aber gerade die Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen verbessern müssen. Einige Mitgliedstaaten nahmen sich denn auch konkrete Ziele für die Erwerbsintegration der Frauen vor. So beschloss Deutschland ein allgemeines Beschäftigungsziel von 77 % und ergänzend dazu ein Ziel von 73 % für die Frauenerwerbstätigkeit.

Aufgrund der unterschiedlichen Erwerbstraditionen und Wirtschaftsstrukturen bestehen große Abweichungen zwischen den EU-Ländern, was die Rolle der berufstätigen Frau angeht. Während in den Staaten Nordeuropas mehr als sieben von zehn Frauen einer Erwerbsarbeit nachgehen, sind es in den Mittelmeerländern nur etwa fünf von zehn. So war die Quote der erwerbstätigen Frauen 2012 in Schweden (mit 76,8 %) am höchsten, in Griechenland (mit 45,2 %) am niedrigsten. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der durch die Schuldenkrise ausgelöste Anstieg der Arbeitslosigkeit in einigen Mittelmeerstaaten besonders zu Lasten der Frauen ging und sie wieder aus dem Arbeitsleben verdrängte. In Deutschland stieg die Quote der Frauenerwerbstätigkeit, die im Jahr 2000 noch bei 60,7 % lag, 2012 auf 71,5 %. Dieser Zuwachs war in erster Linie jedoch auf die Zunahme von Teilzeitbeschäftigungen zurückzuführen. Wollte man die tatsächliche Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit erfassen, müsste man die geleisteten Arbeitszeiten für den Vergleich heranziehen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2014
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