Welthandel mit Dienstleistungen

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Wenn vom Welthandel die Rede ist, steht meist der internationale Austausch von Waren im Blickpunkt. Dabei macht die Warenerzeugung nur knapp ein Drittel der weltwirtschaftlichen Gesamtproduktion aus, während zwei Drittel auf Dienstleistungen entfallen. Die Internationalisierung der Dienstleistungen hängt zu einem großen Teil mit der Expansion des Warenexports zusammen. Der Warenaustausch erfordert eine breite Palette begleitender Dienstleistungen.

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Wenn vom Welthandel die Rede ist, steht meist der internationale Austausch von Waren im Blickpunkt. Dabei macht die Warenerzeugung nur knapp ein Drittel der weltwirtschaftlichen Gesamtproduktion aus, während zwei Drittel auf Dienstleistungen entfallen. Im Außenhandel spielen Dienstleistungen aber eine deutlich geringere Rolle. Das leuchtet durchaus ein, denn viele Dienstleistungen sind zwangsläufig für inländische Abnehmer bestimmt. Leistungen im Gesundheits- und Bildungswesen, in Wissenschaft und Kultur, im öffentlichen Dienst, im Handel und im Verkehr, besonders aber auch im Bereich der persönlichen Dienste, werden meist an Ort und Stelle erbracht und "konsumiert".

Für den internationalen Austausch kommen im Grunde also nur Dienstleistungen in Frage, bei denen Leistungserstellung und Verbrauch räumlich und zeitlich auseinanderfallen können. Aber solche Dienstleistungen gibt es und sie nehmen in den globalen Austauschbeziehungen einen immer breiteren Raum ein. Nach Daten der Welthandelsorganisation WTO stieg der Weltexport kommerzieller Dienstleistungen zwischen 1990 und 2017 von 789 auf 5.279 Milliarden US-Dollar (zu laufenden Preisen) – das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Plus von rund 7 %. Der Export von Dienstleistungen wuchs damit noch etwas stärker als der internationale Warenhandel. Inzwischen entfällt wertmäßig knapp ein Viertel (23 %) des gesamten Weltexports auf den Handel mit Dienstleistungen. Mit welcher Dynamik sich der Austausch von Dienstleistungen entwickelte, wird auch an einer anderen Vergleichszahl deutlich: Gemessen an der Weltwirtschaftsleistung machte der Dienstleistungsexport 1990 rund 3,5 %, 2017 aber schon 6,5 % aus.

Die Internationalisierung der Dienstleistungen hängt zu einem großen Teil mit der Expansion des Warenexports zusammen. Der Warenaustausch erfordert eine breite Palette begleitender Dienstleistungen: Transportdienst, Versicherungen, Finanzierung, Marketing, Schulung, Beratung, Reparaturservice usw. Doch auch unabhängig davon nehmen die internationalen Dienstleistungsumsätze zu – sei es im Bereich der Finanzdienstleistungen oder der Telekommunikationsdienste, im Software-Handel oder im Patent- und Lizenzverkehr, im Filmgeschäft, in der Unternehmensberatung oder bei den Ingenieurdienstleistungen. Als Dienstleistungsexport zählen auch Dienste, die Angehörige eines Staates in einem anderen Staat in Anspruch nehmen: in erster Linie die Leistungen der Tourismus-Branche, aber z.B. auch medizinische Behandlungen oder Schiffsreparaturen. Die meisten Exporte werden durch Firmenniederlassungen im Ausland erbracht; es folgen grenzüberschreitende Lieferungen und der Konsum durch Inländer im Ausland.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2018
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