Die Straße von Hormus

Die Straße von Hormus

Infografik Nr. 682126

Die Meerenge von Hormus spielt eine Schlüsselrolle für die Ölwirtschaft: Durch sie wurden 2025 täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Mineralölprodukte aus dem Persischen Golf verschifft. Der Ausbruch des Irankriegs hatte ihre Schließung zur Folge. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft sind noch nicht absehbar.

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Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, durch die der Persische Golf mit dem Indischen Ozean verbunden ist. Sie verläuft zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel; ihre Anrainer sind Iran und Oman. An der engsten Stelle ist sie 54 km breit. Zwei Fahrrinnen mit einer Breite von je zwei Seemeilen dienen dem ein- und ausfahrenden (Hochsee-)Schiffsverkehr. Nach dem UN-Seerechtsübereinkommen von 1982 haben Schiffe das Recht, eine solche Meerenge unbehindert zu passieren. Im Fall der Straße von Hormus ist diese Regelung besonders wichtig, da durch sie etwa ein Viertel des weltweiten Tankschiffsverkehrs mit Rohöl und Mineralölprodukten abgewickelt wird. Ihre Bedeutung ist umso größer, als die ölproduzierenden Golfstaaten nur über wenige alternative Transportwege verfügen: eine saudische Pipeline führt quer über die Halbinsel zum Roten Meer, eine Pipeline der VAE schneidet den Weg durch die Meerenge ab; beide haben nur begrenzte Kapazitäten. Eine Blockade der Straße von Hormus hat deshalb schwerwiegende Auswirkungen auf den Weltölmarkt und die Weltwirtschaft.

Genau dieser Fall ist in den ersten Monaten des Jahres 2026 eingetreten. Am 28.2.2026 eröffneten Israel und die USA mit massiven Luftschlägen einen Krieg gegen den Iran. Iran antwortete darauf mit Drohnen- und Raketenangriffen, von denen auch die arabischen Golfanrainer betroffen waren, und gab am 1.3. die Schließung der Straße von Hormus bekannt, die auch nach Eintritt einer Waffenruhe am 8.4. nur kurzzeitig aufgehoben wurde. In einem Zehn-Punkte-Plan für die Beendigung des Krieges verlangte Iran unter anderem die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus. Zweifellos gewann die iranische Führung mit der Sperrung dieses internationalen Handelswegs ein wichtiges Faustpfand für die weiteren Verhandlungen. Schon wenige Tage der Unterbrechung des Schiffsverkehrs hatten genügt, um eine der größten Öl- und Gaskrisen der Geschichte auszulösen. Ein Inflationsschub auf Grund der steigenden Energiepreise kann als sicher gelten. Versorgungsengpässe dämpfen die Weltkonjunktur. Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer, in denen das Ausbleiben von Düngerlieferungen aus dem Persischen Golf zu Ernteausfällen führt.

Daten der Internationalen Energie-Agentur unterstreichen die Bedeutung der Straße von Hormus: 2025 wurden pro Tag rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Mineralölprodukte durch die Straße von Hormus verschifft (1 Barrel = 159 Liter). Der größte Teil davon war für die asiatischen Märkte bestimmt. Von der Blockade der Meerenge ist über den Anstieg der Öl- und Flüssiggas-Preise aber die ganze Welt betroffen. 

Ausgabe: 05/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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