Mineralölverbrauch

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Mineralölverbrauch

Die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland stützte sich in den ersten Nachkriegsjahrzehnten weitgehend auf die heimische Kohle. Aber schon in den 1950er und 1960er Jahren wurde sie mehr und mehr vom Öl abhängig. Mit Zuwachsraten, die den steilen Anstieg des gesamten Energieverbrauchs noch weit übertrafen, entwickelte sich das Öl zum wichtigsten Energierohstoff. Es verdrängte die Kohle aus vielen traditionellen Anwendungsbereichen in Industrie, Elektrizitätswirtschaft und Haushalten und war im rasch wachsenden Kfz-Verkehr ohnehin durch nichts zu ersetzen.

Die Ölpreisschocks der 1970er Jahre stoppten diesen Trend. Auf Grund der drastisch gestiegenen Ölpreise bildeten sich bald neue Energieverbrauchsstrukturen heraus. Zwar stieg der Ölverbrauch in Deutschland 1979 noch einmal auf einen Rekordwert, doch war die Wende bereits eingeleitet. Die strukturellen Veränderungen (Verbrauchseinsparungen, Umstellung auf andere Energieträger, höherwertige Nutzung des Rohstoffs Öl) wirkten so durchgreifend, dass der Verbrauch kaum zunahm, als die Ölpreise 1986 wieder sanken. Zu neuen dauerhaften Verbrauchsrückgängen führte der lang anhaltende Anstieg der Rohölimportpreise ab 1999. Im Februar 1999 lag der durchschnittliche Rohöleinfuhrpreis bei 69 € je Tonne; im März 2012, auf dem bisherigen Höhepunkt der Preisentwicklung, war er mit 694 € zehnmal so hoch. Nicht zuletzt deshalb sank der Mineralölabsatz in Deutschland auf ein Niveau, wie es Ende 1960er Jahre einmal erreicht worden war. Der spezifische Ölverbrauch (der Verbrauch je Einheit des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts) ist heute um fast zwei Drittel niedriger als 1970.

2014 wurden in Deutschland rund 109 Mio Tonnen Mineralölprodukte abgesetzt. Im Vergleich zur Verbrauchsstruktur von 1970 wird deutlich, welche Veränderungen sich auf dem Ölmarkt seitdem vollzogen haben. Wurde das Öl damals in erster Linie als Heizenergie eingesetzt, so liegt der Schwerpunkt heute auf dem Kraftstoffverbrauch. Leichtes Heizöl machte 2014 nur etwa 15 % des gesamten Mineralölverbrauchs aus; 1970 waren es 35 %. Weitgehend an Bedeutung verloren hat zudem die Verwendung von schwerem Heizöl in Kraftwerken und Industriefeuerungen; sein Anteil schrumpfte von 25 % (1970) auf nur noch 4 % (2014). Mit zunehmender Motorisierung kletterte dagegen der Anteil des Kraftstoffverbrauchs im gleichen Zeitraum von 24 % auf 50 %. Dabei wurde seit 2000 mehr Dieselkraftstoff als Motorenbenzin abgesetzt. Langfristig zugenommen hat auch der Verbrauch der übrigen Produkte wie Flugzeugtreibstoff, Bitumen und Flüssiggas. Auf Flugturbinenkraftstoff entfielen 2014 schon 8 % des gesamten Mineralölverbrauchs.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2015
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