Die Auswanderer

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Infografik Nr. 035220

Die Auswanderer

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Die Auswanderer

Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist stark durch Wanderungsprozesse geprägt. Westdeutschland war in dieser Zeit das Ziel millionenfacher Zuwanderung – von Vertriebenen und Aussiedlern aus Osteuropa und den Ostgebieten des früheren Deutschen Reiches, von Flüchtlingen aus der DDR, von Arbeitsmigranten aus dem Mittelmeerraum und Asylanten aus der ganzen Welt. Insgesamt nahm das frühere Bundesgebiet seit Ende des 2. Weltkriegs wohl über 20 Mio Zuwanderer – Deutsche und Ausländer – auf. Darüber gerät leicht in Vergessenheit, dass der Bundesrepublik im Lauf der Jahrzehnte auch viele Bürger vorübergehend oder auf Dauer den Rücken kehrten.

Drei Phasen der Auswanderung lassen sich unterscheiden: • Im ersten Nachkriegsjahrzehnt verließen viele Menschen – häufig Vertriebene und Flüchtlinge, die ihre alte Heimat hinter sich gelassen hatten und noch nicht wieder sesshaft geworden waren – das kriegszerstörte Land, um ihr Glück im Ausland zu versuchen. Allein zwischen 1951 und 1960 wanderten mehr als 1 Million Deutsche aus der Bundesrepublik aus. Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage halbierte sich die Zahl der jährlichen Fortzüge – von rund 120000 (1956) auf 61000 (1970). • In den siebziger und achtziger Jahren verharrte die Zahl der deutschen Auswanderer nahezu konstant zwischen 50000 und 60000 im Jahr. • Nach dem Fall der Mauer verstärkte sich der Zug ins Ausland wieder, nun von der größeren Bevölkerung des vereinigten Deutschlands ausgehend.

1991 wurden knapp 100000 Fortzüge deutscher Staatsbürger registriert. In der Folge stieg die Zahl der deutschen Auswanderer parallel zur raschen Zunahme der Arbeitslosigkeit auf 138000 (1994), ging bis 2000/01 aber auf rund 110000 zurück. In den Jahren ab 2002 entschlossen sich wieder mehr Bundesbürger zur Ausreise. Dieser Trend hielt bis 2008 an (mit einem Anstieg auf fast 175000 Fortzüge).

Wie aus Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervorgeht, sind die Motive für den Fortzug vor allem wirtschaftlich-beruflicher Art. Auch Ausbildung und Studium spielen eine wichtige Rolle. Die Jahrgänge zwischen 25 und 40 Jahren sind unter den Auswanderern deshalb überproportional vertreten. Auch ist der Anteil Hochqualifizierter unter den Auswanderern größer als unter der deutschen Bevölkerung insgesamt. Als Zielländer stehen die europäischen Staaten im Vordergrund, darunter vor allem die Schweiz, Österreich, Polen und Großbritannien. Daneben sind die USA als klassisches Auswanderungsland besonders gefragt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2011
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