Haushalte - gestern und heute

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Infografik Nr. 042550

Haushalte – gestern und heute

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Haushalte – gestern und heute

Ein privater Haushalt besteht aus Personen, die zusammen wohnen und gemeinsam wirtschaften, aber nicht unbedingt miteinander verwandt sein müssen. Oft umfasst er auch nur eine einzelne Person – in Deutschland mittlerweile die häufigste Haushaltsform. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus gab es in der Bundesrepublik Deutschland 2010 im Durchschnitt 40,3 Millionen Haushalte. Davon entfielen 16,2 Mio (40%) auf Einpersonenhaushalte. Vor vier Jahrzehnten, 1970, bestanden im damaligen Bundesgebiet erst 25% der Haushalte aus einer Person. Dass die Kleinsthaushalte seitdem so stark zugenommen haben, ist vor allem auf Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zurückzuführen, handelt es sich bei den Alleinlebenden doch überwiegend um ältere Menschen, und zwar meist um Frauen, die nach einer Scheidung oder nach dem Tod des Partners keine neue Bindung mehr eingehen. Daneben gibt es eine wachsende Zahl von Single-Haushalten lediger jüngerer Leute.

Auch die Zweipersonenhaushalte liegen im Trend. Ihr Anteil an den Haushalten insgesamt ist seit 1970 von 27% auf 34% gestiegen. Zu dieser Gruppe gehören u.a. die kinderlosen Paare, die „unvollständigen“ Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Familien und die älteren Ehepaare, deren Kinder längst auf eigenen Füßen stehen. Auf dem Rückzug befindet sich dagegen die „Normalfamilie“ mit Eltern und mindestens einem Kind: 2010 bestand in Deutschland nur noch etwa jeder vierte Haushalt (26%) aus drei und mehr Personen. Mit der Veränderung der Haushaltsstrukturen geht eine weitgehende Trennung der Generationen einher. Dass drei Generationen (Großeltern, Eltern und Kinder) zusammenleben, ist die Ausnahme; 70% der Haushalte beschränken sich dagegen auf eine Generation. Dazu passt die Beobachtung, dass eine wachsende Zahl von Haushalten ausschließlich aus älteren Personen (ab 65 Jahren) besteht: 2010 stieg der Anteil dieser reinen „Seniorenhaushalte“ bereits auf 24%.

Gründlich verschoben hat sich im Lauf der Jahrzehnte auch die soziale Struktur der Haushalte. 1970 war die Bezugsperson in 68% aller Haushalte des damaligen Bundesgebiets erwerbstätig. 2010 lag dieser Anteil deutschlandweit bei 60%. Das heißt: Für 40% der Haushalte stand nicht (mehr) die Erwerbsarbeit des Haupteinkommensbeziehers im Mittelpunkt. Sie wurden von anderen Lebensinhalten bestimmt und stützten sich auch überwiegend auf andere Einkommensquellen (Renten, Pensionen, Arbeitslosengeld, Grundsicherung). Der Vergleich zeigt allerdings nur grobe Tendenzen auf, da sich das Untersuchungsgebiet und die Methodik des Mikrozensus in der Zwischenzeit verändert haben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2012
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