Einbürgerungen

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Infografik Nr. 035233

Einbürgerungen

In Deutschland leben rund 8,2 Mio Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Viele von ihnen kamen bereits vor langen Jahren oder gar Jahrzehnten ins Land, andere w ...

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Einbürgerungen

In Deutschland leben rund 8,2 Mio Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Viele von ihnen kamen bereits vor langen Jahren oder gar Jahrzehnten ins Land, andere wurden als Nachkommen von Zuwanderern schon in der Bundesrepublik geboren. Je mehr sich die Zuwanderung auf diese Weise zum Dauerzustand verfestigt, desto dringlicher stellt sich die Frage nach der gesellschaftlichen und rechtlichen Integration dieser Menschen. Das Staatsbürgerschaftsrecht der Bundesrepublik stand einer formellen Eingliederung lange Zeit eher abweisend gegenüber. Bis Anfang der 1990er Jahre konnten ausländische Staatsbürger nur unter bestimmten Voraussetzungen auf dem Ermessensweg eingebürgert werden und machten von dieser Möglichkeit auch nur zögernd Gebrauch. Ab 1993 erleichterte ein neues Ausländergesetz die Einbürgerung und führte einen klar definierten Rechtsanspruch auf Einbürgerung ein.

Mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zum 1.1.2000 wurde die Einbürgerung umfassend neu geregelt. Seitdem haben erwachsene Ausländer bereits nach 8-jährigem legalen Aufenthalt in Deutschland einen Anspruch auf die deutsche Staatsangehörigkeit – vorausgesetzt, sie verfügen über einen gesicherten Lebensunterhalt, haben sich straffrei geführt, bekennen sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, besitzen ausreichende Deutschkenntnisse und sind zur Aufgabe ihrer früheren Staatsangehörigkeit bereit. Seit 2008 müssen sie außerdem über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügen und in einem Einbürgerungstest einfache Fragen dazu beantworten. Die vorgeschriebene Mindestaufenthaltsdauer lässt sich durch besondere Integrationsbemühungen (z.B. Besuch eines Integrationskurses, gute Deutschkenntnisse, ehrenamtliches Engagement) um ein bis zwei Jahre abkürzen. Für Ehegatten und Kinder gelten im Prinzip die gleichen Voraussetzungen, doch können sie schon nach kürzerer Aufenthaltsdauer mit eingebürgert werden.

Die Zahl der Einbürgerungen stieg nach Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 kräftig an. In der Folgezeit nahm das Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft jedoch wieder ab und erreichte 2008 (mit rund 94500 Einbürgerungen) einen vorläufigen Tiefpunkt. Ein möglicher Grund liegt in den Kosten des Verfahrens (mit Gebühren von 255 € je Erwachsenen und 51 € je Kind). 2015 wurden rund 107200 Einbürgerungen registriert. Damit entschlossen sich nur 2,2 % der seit mehr als zehn Jahren in Deutschland lebenden Ausländer zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft. Türken stellten seit 1999 die größte Gruppe der Eingebürgerten, zuletzt allerdings mit stark rückläufiger Tendenz.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2016
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