Ausländer in Deutschland

Ausländer in Deutschland

Infografik Nr. 035305

Umfangreiche Wanderungsbewegungen begleiteten den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren. Nahezu fünf Millionen erwerbstätige Flüchtlinge ...

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Umfangreiche Wanderungsbewegungen begleiteten den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren. Nahezu fünf Millionen erwerbstätige Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten und fast 2 Millionen DDR-Flüchtlinge, die bis zum Mauerbau 1961 in den Westen kamen, trugen zur Erfolgsbilanz des „Wirtschaftswunders“ bei. Und nicht nur sie: So groß war der Bedarf an Arbeitskräften, dass schon ab Mitte der 1950er Jahre, verstärkt aber ab Anfang der 1960er Jahre, sogenannte Gastarbeiter aus den Mittelmeerländern angeworben wurden. Meist handelte es sich dabei um Männer mit vergleichsweise niedrigem Ausbildungsstand, die in die körperlich besonders anstrengenden, durch Schichtbetrieb, Schmutz und Lärm belasteten und deshalb bei den einheimischen Arbeitskräften nicht mehr gefragten industriellen Arbeitsplätze einrückten.

Aus diesen Anfängen einer bedarfsabhängigen Arbeitsimmigration entwickelte sich aber, anders als in Deutschland ursprünglich gewollt und vorgesehen, eine dauerhafte Zuwanderung. Als die Gastarbeiter-Anwerbung unter dem Eindruck der ersten Ölkrise 1973 gestoppt wurde, lebten schon 4 Mio Ausländer in der Bundesrepublik. Der Anwerbestopp unterbrach zwar die Zuwanderung weiterer Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der Europäischen Gemeinschaft, führte aber auch dazu, dass sich die meisten ausländischen Arbeitnehmer nun auf ein längeres Bleiben einrichteten und ihre Familien nachholten. In den 1980er Jahren lebten im früheren Bundesgebiet rund 4,5 Mio Einwohner mit ausländischem Pass.

Ab 1989 wurde diese Zahl in starken Wanderungsschüben überschritten. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch die Öffnung der Grenzen im östlichen Europa, die blutigen Konflikte auf dem Balkan und in anderen Weltregionen und die Einführung der Personenfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Nach 1995 stagnierte die Zahl der Ausländer im Bundesgebiet, ehe sie ab 2011 in raschem Tempo wieder zunahm. Dafür waren zwei Faktoren maßgeblich: • die wachsende Zuwanderung aus anderen Staaten der Europäischen Union, und zwar insbesondere aus den seit 2004 in die EU aufgenommenen „neuen“ Mitgliedsländern im Osten und Süden Europas, und • der Zustrom von Flüchtlingen über die Außengrenzen der EU, der sich 2017 allerdings deutlich abschwächte. Ende 2017 verzeichnete das Ausländerzentralregister rund 10,6 Mio Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit. Das entsprach knapp 13 % der Gesamtbevölkerung. Die am häufigsten vertretenen Herkunftsländer waren die Türkei (1,48 Mio), Polen (867000), Syrien (699000), Italien (643000) und Rumänien (623000).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2018
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