Die Hochbetagten

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Die Hochbetagten

Wie in anderen entwickelten Ländern befindet sich die Bevölkerung auch in Deutschland in einem fortschreitenden Alterungsprozess. Diese Entwicklung hält schon seit Ende des 19. Jahrhunderts an, wird sich in den nächsten Jahrzehnten aber deutlich beschleunigen. Zum einen erreichen die Menschen ein immer höheres Lebensalter; zum anderen schrumpfen die Nachwuchsjahrgänge, weil die Geburtenrate niedrig bleibt und jede Generation potenzieller Eltern zahlenmäßig schwächer ist als die vorhergehende. Die Alterung der Gesellschaft hat demnach zwei Aspekte: das Älterwerden der Menschen und die Verschiebung der Altersstruktur zu den älteren Jahrgängen hin.

Die Ausgangsbedingungen dafür sind zum großen Teil bereits gegeben. So steigt die durchschnittliche Lebenserwartung voraussichtlich auch weiterhin an. Bei neugeborenen Jungen beläuft sie sich heute auf 77,7 Jahre, bei Mädchen auf 82,8 Jahre. Unter den derzeitigen demographischen Verhältnissen werden 88 von 100 Neugeborenen ihren 65. Geburtstag erleben und damit die Schwelle zum Alter als abgegrenztem Lebensabschnitt überschreiten. Männer haben dann noch eine weitere Lebenserwartung von 17,5 Jahren, Frauen von 20,7 Jahren.

Weil heute mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, werden das Alter und der Alterungsprozess inzwischen differenzierter betrachtet, als es früher der Fall war. Offenbar besteht ein Unterschied zwischen • den „jungen“ Senioren, die nach dem Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit Zeit und Muße für ein aktiv gestaltetes Privatleben finden und auch über die Voraussetzungen (an Gesundheit, Einkommen und Bildung) dafür verfügen, und • den wirklich Alten, deren körperliches und geistiges Befinden, deren Leistungs- und Teilnahmefähigkeit oft schon stark eingeschränkt sind. Typisierend bezeichnet man diese Altersphasen als Drittes bzw. Viertes Alter. Die Grenze zwischen beiden wird bei etwa 80 Jahren angenommen.

2014 umfasste die dem Vierten Alter zuzurechnende Altersgruppe der Hochbetagten in Deutschland bereits rund 4,5 Mio Menschen (5,6 % der Gesamtbevölkerung). Im Jahr 1960 hatten erst 1,6 % der Bevölkerung die Schwelle von 80 Jahren überschritten. Nach den Annahmen der neuesten Bevölkerungsvorausberechnung (Variante 2: Kontinuität bei stärkerer Zuwanderung) wird diese Altersgruppe bis 2060 dagegen auf 9,0 Mio anwachsen; das entspräche dann mehr als 12 % der Gesamtbevölkerung. Mit einer gewissen Berechtigung kann daher gesagt werden, dass Deutschland auf dem Weg in eine „Gesellschaft des langen Lebens“ ist.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2015
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