Familienformen

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Vor dem Hintergrund wohlfahrtsstaatlicher Daseinssicherung haben die Menschen heute mehr Freiheit, ihren Lebensentwürfen zu folgen und ihren eigenen Lebensstil zu entwickeln, als in früheren Zeite ...

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Vor dem Hintergrund wohlfahrtsstaatlicher Daseinssicherung haben die Menschen heute mehr Freiheit, ihren Lebensentwürfen zu folgen und ihren eigenen Lebensstil zu entwickeln, als in früheren Zeiten. Die Zwänge gesellschaftlicher Traditionen verlieren damit gerade im privaten Umfeld an Bedeutung. Individualisierung und Pluralisierung der Lebensformen werden ihrerseits zum Kennzeichen der modernen Gesellschaft. Beispiele dafür lassen sich an vielen Erscheinungen des sozialen Alltags beobachten. So haben sich die Partnerschaftsbeziehungen zunehmend vom klassischen Bild der Ein-Verdiener-Ehe emanzipiert. Das Zusammenleben hängt längst nicht mehr vom Trauschein ab. Während junge Paare häufig unverheiratet bleiben, klettern die Scheidungsziffern. Die wirtschaftliche Funktion der Partnerschaft verändert sich, da immer mehr Frauen selbst berufstätig sind.

Es stellt sich die Frage, wie stark solche Veränderungen auf die Familienstrukturen durchschlagen, mit anderen Worten: ob und in welchem Ausmaß das Zusammenleben von Eltern und (minderjährigen) Kindern von der Ausdifferenzierung der Lebensformen betroffen ist. Das Deutsche Jugend-Institut kam in einer Auswertung seines „Familiensurveys“ zu dem Schluss, dass die erreichte Vielfalt der Lebensformen weder beliebig noch grenzenlos ist, dass sich vielmehr neue, durchaus zweckrationale familiale Ordnungsmuster herausgebildet haben – allerdings mit großen regionalen Unterschieden.

Dazu aktuelle Zahlen aus dem Mikrozensus: Die Zahl der Familien mit minderjährigen Kindern geht in Deutschland langfristig zurück; 1996-2016 schrumpfte sie von 9,4 Mio auf 8,2 Mio. Innerhalb der Familien ist das Zusammenleben von Vater, Mutter und Kind aber nach wie vor der Normalfall. 2016 waren 80 % der Familien Paar-Familien. Der Anteil der Ehepaare an den Familien hat sich seit 1996 allerdings stark verringert (von 81 auf 69 %), während die (nichtehelichen) Lebensgemeinschaften von 5 auf 11 % und die Ein-Eltern-Familien, meist alleinerziehende Mütter mit Kind, von 14 auf 20 % zugenommen haben. Auffällig sind die West-Ost-Unterschiede: In Westdeutschland stellten Ehepaare mit Kind 2016 im Durchschnitt 74 % der Familien, in Ostdeutschland jedoch nur 52 %. Lebensgemeinschaften waren im Westen mit 8 %, im Osten mit 22 % vertreten. Bei den Ein-Eltern-Familien ergaben sich Anteile von 18 % im Westen und 26 % im Osten.

Über sogenannte Patchwork-Familien gibt der Mikrozensus leider keine Auskunft. Bundesweit wachsen etwa 10 % der Kinder in einer Stieffamilie mit einem leiblichen und einem „fremden“ Elternteil auf.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2017
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