Der Gesundheitsfonds

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Infografik Nr. 146142

Der Gesundheitsfonds

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland wurde 2009 grundlegend neu geregelt. Legte vorher jede Kasse ihren eigenen Beitragssatz fest, ...

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Der Gesundheitsfonds

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland wurde 2009 grundlegend neu geregelt. Legte vorher jede Kasse ihren eigenen Beitragssatz fest, so galt seitdem ein einheitlicher Beitragssatz. Die auf dieser Grundlage von den Arbeitnehmern und ihren Arbeitgebern (bzw. von Rentenbeziehern und Rentenversicherungsträgern) erhobenen einkommensabhängigen Versicherungsbeiträge wurden durch den neu geschaffenen Gesundheitsfonds gesammelt und verwaltet. Zusätzliche Mittel erhielt der Fonds u.a. durch Zuschüsse des Bundes. Damit wurden die Aufwendungen der Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben (wie die Mitversicherung von Angehörigen oder die beitragsfreie Versicherung von Frauen im Mutterschutz) abgegolten. Aus dem Gesundheitsfonds erhielten die Krankenkassen zur Deckung ihrer Ausgaben eine Grundpauschale für jeden Versicherten. Ergänzende Zu- oder Abschläge berücksichtigten den nach Alter, Geschlecht und Krankheitsbelastung der Versicherten unterschiedlichen Bedarf der einzelnen Kassen und sorgten so für einen Risikoausgleich. Reichten die zugewiesenen Mittel nicht aus, mussten die betreffenden Kassen pauschale Zusatzbeiträge von ihren Versicherten verlangen.

In seinen Grundzügen blieb dieses System zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung auch nach der Novellierung zum 1.1.2015 bestehen. Es gab aber auch einige wichtige Änderungen: Der allgemeine Beitragssatz wurde auf 14,6 % des beitragspflichtigen Einkommens gesenkt und in dieser Höhe gesetzlich festgeschrieben. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen davon jeweils die Hälfte (7,3 %). Kommen die Krankenkassen mit den Zuweisungen des Gesundheitsfonds nicht aus, müssen sie bei ihren Versicherten nunmehr einen prozentualen Zusatzbeitrag vom Einkommen erheben (2015: durchschnittlich 0,9 %). Während der Arbeitgeberanteil unverändert bleibt, müssen künftige Ausgabensteigerungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Kern also durch höhere Beitragsanteile der Versicherten finanziert werden. Der Bundeszuschuss, der 2014 und 2015 massiv gekürzt wurde, soll sich ab 2017 auf einen festen Betrag von jährlich 14,5 Mrd € belaufen.

Bei der Zuweisung der Mittel aus dem Gesundheitsfonds findet weiterhin ein Risikostrukturausgleich zwischen den Krankenkassen statt. Bei den Einnahmen aus den Zusatzbeiträgen werden die beteiligten Krankenkassen so gestellt, als hätten ihre Versicherten das gleiche Durchschnittseinkommen. Dieser Einkommensausgleich soll verhindern, dass einzelne Kassen im Wettbewerb nur deshalb besser dastehen, weil sie die besser verdienenden Mitglieder haben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 01/2015
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