Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen

Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen

Infografik Nr. 146223

Durch die gesetzliche Krankenversicherung sind in Deutschland rund 90 % der Bevölkerung im Krankheitsfall abgesichert. Das erklärt die enorme Bedeutung dieses Sozialversicherungszweigs und macht verständlich, warum seine Leistungen, seine Finanzierung und seine Stellung im Gesamtsystem der Gesundheitsversorgung ständig neu zur Debatte stehen.

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Durch die gesetzliche Krankenversicherung sind in Deutschland rund 90 % der Bevölkerung im Krankheitsfall abgesichert. Das erklärt die enorme Bedeutung dieses Sozialversicherungszweigs und macht verständlich, warum seine Leistungen, seine Finanzierung und seine Stellung im Gesamtsystem der Gesundheitsversorgung ständig neu zur Debatte stehen. Seit den 1970er Jahren war die gesetzliche Krankenversicherung immer wieder mit massiven Ausgabensteigerungen konfrontiert, die zu wachsenden Belastungen der Beitragszahler führten. Der durchschnittliche Beitragssatz der Krankenkassen, der sich 1970 (im alten Bundesgebiet) erst auf 8,2 % belief, übersteigt seit 2011 die Marke von 15 % des Bruttoarbeitslohns. Diese Entwicklung erklärt sich zum Teil aus dem Mehrbedarf einer alternden Gesellschaft und aus den höheren Kosten neuer Behandlungsmethoden. Zum Teil war sie aber auch durch eine unkontrollierte, medizinisch fragwürdige Ausweitung der Gesundheitsleistungen verursacht.

Um unwirtschaftliches und kostentreibendes Verhalten im Spannungsfeld zwischen Patienten, Leistungserbringern (Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern), Pharmaindustrie und Krankenkassen einzudämmen und die Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren, sah sich der Gesetzgeber zu immer neuen Eingriffen in das Gesundheitswesen gezwungen. Neben kurzfristig wirksamen Kostendämpfungsmaßnahmen wurden seit den 1990er Jahren auch umfassendere strukturelle Reformen in Angriff genommen – beginnend mit dem Gesundheitsstrukturgesetz von 1993 über die Gesundheitsreform 2000 und das GKV-Modernisierungsgesetz 2004 bis zum GKV-Finanzierungsgesetz, das Anfang 2011 in Kraft trat.

Die Ausgaben der Krankenkassen wuchsen dadurch zeitweise tatsächlich langsamer und waren in einzelnen Jahren sogar rückläufig. Doch wurde dies zum Teil mit Leistungseinschnitten und Zuzahlungspflichten zu Lasten der Versicherten erkauft, ohne dass die Beitragssätze entscheidend sanken. 2013 bis 2018 legten die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung wieder kräftig zu. Nach vorläufigen Angaben kletterten sie 2018 mit 239,4 Mrd € auf einen neuen Höchststand; ihre Summe entsprach 7,1 % der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung. Die durchschnittlichen Gesamtausgaben je Versicherten lagen bei 3 289 €. Davon entfielen 3 111 € auf Leistungsausgaben. Allein 1 061 € je Versicherten erforderte die Behandlung im Krankenhaus; es folgten die Ausgaben für ärztliche Behandlung (542 €), Arzneimittel (535 €), Heil- und Hilfsmittel (219 €) und das Krankengeld (180 €).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2019
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