Das Rentenniveau

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Das Rentenniveau

Das Rentenniveau ist ein Maßstab für den Einkommensvergleich zwischen Rentenempfängern und aktiven Arbeitnehmern. Es gibt an, wie sich die so genannte Standardrente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Versicherungsjahren zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen der Beschäftigten verhält. Steigt das Rentenniveau, so verbessert sich die Stellung der Rentner im Einkommensgefüge der Gesellschaft; sinkt es, fallen die Rentner gegenüber der allgemeinen Einkommensentwicklung zurück.

Seit der Rentenreform von 1957 ist das Rentenniveau eine der meistbeachteten sozialpolitischen Kenngrößen. Damals wurden die Renten in der Bundesrepublik Deutschland „dynamisiert“, d.h. durch regelmäßige Anpassung an die Lohnentwicklung der aktiven Bevölkerung gekoppelt. Die Rentner hatten in der Folge automatisch am steigenden Wohlstand teil. Von Schwankungen abgesehen, entsprach die Standardrente in den 1960er und 1970er Jahren etwa der Hälfte des durchschnittlichen Brutto-Jahresentgelts eines Arbeitnehmers. Gemessen am Netto-Verdienst hatte ein Standardrentner ab Mitte der 1970er Jahre sogar mehr als 70% dessen zur Verfügung, was ein Arbeitnehmer im Durchschnitt nach Hause brachte. Ein Rentenniveau in dieser Höhe konnte angesichts der demographischen Entwicklung aber nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Um die aktive Generation zu entlasten, die künftig für immer mehr Rentner aufkommen muss, beschloss der Gesetzgeber seit Anfang der 1990er Jahre eine Reihe von Reformmaßnahmen, von denen eine langfristig dämpfende Wirkung auf das Rentenniveau ausgeht. Stand früher die Stabilisierung des Rentenniveaus und damit die Sicherung des Lebensstandards der Rentner im Zentrum der Rentenpolitik, so rückte 2004 das Ziel der Beitragsstabilität in den Vordergrund: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird bis 2020 auf höchstens 20% und danach bis 2030 auf 22% des Bruttolohns begrenzt. Dafür wird ein Rückgang des Rentenniveaus in Kauf genommen, doch soll es eine bestimmte Schwelle nicht unterschreiten. Bis 2020 liegt diese untere Auffanglinie bei 46% des Netto-Rentenniveaus vor Steuern, im folgenden Jahrzehnt bis 2030 soll sie nicht unter 43% sinken.

Das Netto-Rentenniveau vor Steuern setzt die Standardrente nach Abzug des Beitrags zur Kranken- und Pflegeversicherung ins Verhältnis zum durchschnittlichen Jahresarbeitsentgelt abzüglich der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung und der Aufwendungen für die „Riester-Rente“. Die Belastung durch Steuern wird ausgeklammert, da sie für die einzelnen Rentnerjahrgänge unterschiedlich ausfällt und den Vergleich daher beeinträchtigen würde. In den 1990er Jahren lag das so berechnete Rentenniveau noch über 53%; 2012 sank es erstmals unter die 50%-Marke.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2013
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