Schwerbehinderte Menschen

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Schwerbehinderte Menschen

Menschen gelten als behindert, wenn ihre körperliche Funktion, ihre geistige Fähigkeit oder ihre seelische Gesundheit auf längere Dauer (mindestens sechs Monate) vom alterstypischen Normalzustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (vgl. Sozialgesetzbuch IX, § 2). Wird ein amtlicher Behindertenausweis beantragt – er ist Voraussetzung für eine Reihe von sozialen Vergünstigungen und Leistungen –, stellt das zuständige Versorgungsamt den Grad der Behinderung fest. Als schwerbehindert werden Personen mit einem Behinderungsgrad von 50 bis 100 bezeichnet.Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren in Deutschland Ende 2013 rund 7,5 Mio schwerbehinderte Menschen (3,9 Mio Männer und 3,7 Mio Frauen) registriert; das entsprach etwa 9 % der Bevölkerung. Weil die Statistik aber nur diejenigen erfasst, die einen Behindertenausweis beantragt und erhalten haben, ist die tatsächliche Zahl schwerbehinderter Menschen wohl noch höher anzusetzen.

Behinderungen treten in vielerlei Formen auf. Fast ein Viertel der schwerbehinderten Menschen (1,8 Mio) leidet unter sehr schweren Beeinträchtigungen; die Betroffenen wurden daher mit dem höchsten Behinderungsgrad von 100 eingestuft. Viele der schwerbehinderten Menschen haben außerdem mehrere Behinderungen nebeneinander zu verkraften. Fragt man nach der jeweils schwersten Behinderung, so stehen Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems und der übrigen inneren Organe (Atemwege, Verdauungsorgane usw.) mit einem Anteil von 25 % an erster Stelle. Rund 14 % der Schwerbehinderten sind vor allem durch Funktionseinbußen an Armen und Beinen oder den Verlust einzelner Gliedmaßen, weitere 12 % durch Schäden an Rumpf und Wirbelsäule beeinträchtigt. Geistig-seelische Behinderungen stehen bei 11 % der Betroffenen im Vordergrund, zerebrale Störungen und Querschnittlähmung bei 9 %.

Die meisten Behinderungen sind krankheitsbedingt und damit erst im Lauf des Lebens erworben worden – eine Feststellung, die Ende 2013 auf 85 % der Schwerbehinderten zutraf. In 4 % der Fälle sind sie angeboren, bei 2 % gehen sie auf Unfälle und Berufskrankheiten oder auf Kriegs-, Wehr- und Zivildienstschäden zurück. Die übrigen 9 % haben andere oder mehrfache, zum Teil auch ungeklärte Ursachen. Wie nicht anders zu erwarten, sind ältere Menschen in stärkerem Maß von Behinderungen betroffen. So befindet sich mehr als die Hälfte aller Schwerbehinderten bereits im Rentenalter (ab 65 Jahren). Und umgekehrt lässt sich sagen, dass von der Bevölkerung im Rentenalter fast jeder vierte (24 %) schwerbehindert ist. In der Altersgruppe der 25- bis 45-jährigen liegt der Anteil der Schwerbehinderten dagegen unter 4 %.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2016
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