Nachhaltigkeit - eine Zwischenbilanz

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Nachhaltigkeit – eine Zwischenbilanz

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Nachhaltigkeit – eine Zwischenbilanz

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung wurde durch die UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) 1987 weltweit in die Diskussion gebracht. Sie verstand darunter „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“, verknüpfte also Aspekte ökologischer Tragfähigkeit, wirtschaftlichen Wachstums und sozialer Entwicklung mit dem Gedanken der Generationengerechtigkeit. Der „Erdgipfel“ von Rio de Janeiro (1992) erhob dieses Konzept zur Richtschnur einer globalen Umwelt- und Entwicklungspolitik. Davon ausgehend formulierte das Aktionsprogramm Agenda 21 konkrete Ziele für eine wirtschaftlich leistungsfähige, sozial ausgewogene und umweltverträgliche Entwicklung. An die Teilnehmerstaaten erging die Aufforderung, durch nationale Programme zur Umsetzung dieser Ziele beizutragen. Für Deutschland gab die Bundesregierung zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (2002) eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie bekannt, die sich als „Handlungsanleitung für eine umfassende, zukunftsfähige Politik“ verstand.

Im Zentrum dieses strategischen Programms stehen längerfristige Entwicklungsziele für 21 Themenbereiche mit weit in die Zukunft ausstrahlender Bedeutung. Ein Indikatorensystem soll helfen, diese Ziele nachvollziehbar und die erreichten Fortschritte mess- und vergleichbar zu machen. So fächert sich das übergreifende Ziel der Generationengerechtigkeit in neun ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilziele auf. Eines dieser Teilziele im Interesse künftiger Generationen verlangt die Schonung der natürlichen Ressourcen. Als Indikator dafür dient u.a. die Entwicklung des Rohstoffverbrauchs im Verhältnis zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung: Bis 2020 soll die Rohstoffproduktivität – das reale Bruttoinlandsprodukt je Tonne eingesetzter Rohstoffe – auf das Doppelte des Ausgangswerts von 1994 steigen.

Ein alle zwei Jahre erstellter „Indikatorenbericht“ dokumentiert die erreichten Fortschritte. In einigen Bereichen wurden die ursprünglichen Ziele bereits durch ehrgeizigere Vorgaben ersetzt (so bei der Nutzung erneuerbarer Energien). Als neues Ziel der Ressourcenschonung kam die Senkung des Primärenergieverbrauchs hinzu: Er soll bis 2020 auf 80 % des Standes von 2008 verringert werden. Auf anderen Gebieten (z.B. beim Flächenverbrauch oder den Luftschadstoffen) zeichnet sich ab, dass die gesetzten Ziele beim derzeitigen Tempo der Veränderungen nicht zu erreichen sind. Und manche Indikatoren (wie der für die Sicherung der Artenvielfalt und der Landschaftsqualität) entwickeln sich sogar in die falsche Richtung.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 07/2014
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