Schadstoffbelastung in deutschen Städten

Schadstoffbelastung in deutschen Städten
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Um die Luftqualität in Deutschland zu überwachen, betreibt das Umweltbundesamt mehr als 650 Messstationen, an denen mehrmals am Tag die Konzentration von Schadstoffen in der Luft gemessen wird. Die Auswertung der Daten am Ende eines Jahres zeigt, wo die von der EU definierten Grenzwerte für den Schutz der menschlichen Gesundheit bzw. die Luftgüteleitwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschritten wurden. Von Interesse sind dabei insbesondere Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM10) und Ozon, da bei diesen Luftschadstoffen immer noch Belastungen auftreten, die über die Grenzwerte hinausgehen. Stickstoffdioxid entsteht bei Verbrennungsprozessen in der Industrie sowie in Fahrzeugmotoren, vor allem Dieselmotoren. Vorwiegend aus solchen Quellen wird auch Feinstaub freigesetzt. Ozon, ein giftiges Gas, kommt in höheren Lagen der Atmosphäre natürlich vor, in Bodennähe entsteht es infolge verstärkter Sonneneinstrahlung in einer photochemischen Reaktion aus anderen Schadstoffen, überwiegend aus Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen, die wiederum hauptsächlich durch menschliche Aktivität entstehen. Alle drei Stoffe schaden den Atemwegen, Feinstaub kann außerdem bis in den Blutkreislauf vordringen.

Die Daten des Umweltbundesamtes zeigen bei allen drei Schadstoffen einen Rückgang in den letzten Jahren. Für den Gesundheitsschutz sind die Werte jedoch nach wie vor zu hoch. So lag der Jahresmittelwert bei Feinstaub 2016 zwar niedriger als im Schnitt der vorangegangenen Dekade, aber bei jeder vierten Messstation wurde immer noch der von der WHO empfohlene Wert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/cbm) überschritten. Auch bei Ozon wurden 2016 vergleichsweise niedrige Werte gemessen: zum einen, weil die Emissionen der Vorläuferstoffe seit Anfang der 1990er Jahre deutlich zurückgegangen sind, zum anderen aber auch wetterbedingt, weil es 2016 keine lang andauernden Hochdruckwetterlagen gab. 21 % aller Messstationen, vorwiegend in ländlichen Gebieten, überschritten aber immer noch den Zielwert für die menschliche Gesundheit. Den größten Anlass zur Besorgnis bieten indes die Messungen bei Stickstoffdioxid: An mehr als der Hälfte der verkehrsnahen Messstationen wurde 2016 der Grenzwert von 40 μg/cbm überschritten, vor allem in städtischen Ballungszentren. Stuttgart (Am Neckartor) und München (Landshuter Allee) verzeichneten mit 82 μg/cbm und 80 μg/cbm im Jahresmittel die mit Abstand höchsten Werte. Unter den zehn Städten mit der größten Schadstoffbelastung waren auch Kiel, Köln und Hamburg mit Jahresmittelwerten von mehr als 60 μg/cbm. Wegen hoher Schadstoffkonzentrationen erwägen Großstädte wie Stuttgart, Hamburg und München inzwischen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2017
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