Die Älteren im Arbeitsleben

Die Älteren im Arbeitsleben

Infografik Nr. 726290

Auf Grund seiner demographischen Entwicklung ist Europa zunehmend mit den Problemen einer alternden Gesellschaft konfrontiert. Obwohl ältere Menschen ab 55 Jahren inzwischen schon ein Drittel (32 % ...

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Auf Grund seiner demographischen Entwicklung ist Europa zunehmend mit den Problemen einer alternden Gesellschaft konfrontiert. Obwohl ältere Menschen ab 55 Jahren inzwischen schon ein Drittel (32 %) der EU-Bevölkerung ausmachen und dieser Anteil weiter ansteigt, sind die meisten EU-Länder noch ungenügend darauf eingestellt. Wenn aber die wirtschaftlich aktive Erwerbsbevölkerung schrumpft, ist ein Rückgang der Wirtschaftsleistung auf längere Sicht kaum zu vermeiden. Auch droht eine Schieflage im Beschäftigungs- und Sozialsystem, weil die Bevölkerungsgruppen im jüngeren und mittleren Alter damit überfordert sind, für die wachsende Schicht der Senioren mit- und vorzusorgen.

Trotzdem leisten sich viele Länder noch immer den Luxus, ältere Arbeitskräfte zu früh aus dem aktiven Arbeitsleben zu verabschieden und damit auf ihr Leistungspotenzial zu verzichten. Häufig lädt die Arbeits- und Sozialgesetzgebung förmlich dazu ein, dass Unternehmen noch leistungsfähige Mitarbeiter aufs Altenteil abschieben und Beschäftigte die Arbeitswelt vorzeitig in Richtung Rente verlassen. Es fehlt auch fast überall noch an einem altersgerechten Arbeitsplatzmanagement, das eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit bei gleitender Anpassung der Leistungsanforderungen ermöglichen würde.

Die EU versucht dem entgegenzusteuern. Mit ihren beschäftigungspolitischen Leitlinien will sie erreichen, dass die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 64-Jährigen in der EU bis 2020 auf 75 % ansteigt. Dies setzt voraus, dass auch die älteren Jahrgänge ihren Platz im Arbeitsleben einnehmen und behalten. Zwar wurden die gesteckten Ziele durch die Finanzkrise und die darauf folgende Staatsschuldenkrise zunächst durchkreuzt. Nach einigen Jahren, in denen sich die Wirtschaft der meisten EU-Länder wieder erholte, näherte sich die Beschäftigungsquote 2015 aber wieder dem Höchststand des Jahres 2008 (damals hatten 70,3 % der 20- bis 64-Jährigen einen Arbeitsplatz) und 2016 wurde diese Marke wohl erstmals übertroffen.

Ein wichtiger Teilaspekt dieser Entwicklung war die steigende Erwerbsbeteiligung der Jahrgänge im Vorrentenalter zwischen 60 und 64 Jahren. Waren 2010 im EU-Durchschnitt erst 30,5 % dieser Altersgruppe erwerbstätig, so kletterte diese Quote 2015 auf 38,3 %. Nur in einigen krisengeplagten Ländern Südeuropas mit hoher Arbeitslosigkeit (so in Griechenland, Zypern, Portugal) entwickelte sie sich rückläufig. Die Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Ländern blieben allerdings groß: Während in Schweden rund 66 % der 60- bis 64-Jährigen einer Beschäftigung nachgingen, waren es in Slowenien nur 16 %. Deutschland belegte mit 53 % (gegenüber 41 % im Jahr 2010) den dritten Rang in der EU.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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