Kulturhauptstadt Europas

Kulturhauptstadt Europas
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Infografik Nr. 762200

Auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri beschloss der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft, ab 1985 in jährlichem Wechsel eine „Kulturstadt Europas“ auszurufen.

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Auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri beschloss der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft, ab 1985 in jährlichem Wechsel eine „Kulturstadt Europas“ auszurufen. Die kulturelle Vielfalt der europäischen Städte, ihre Wechselbeziehungen untereinander und die Lebendigkeit ihres künstlerischen Schaffens sollten auf diese Weise zur Geltung gebracht werden und zur Verständigung zwischen den europäischen Völkern beitragen. Die griechische Hauptstadt Athen eröffnete den Reigen der europäischen Kulturstädte, in den sich 1988 auch Berlin und 1999 Weimar einreihten. Für das Jahr 2000 wurden gleich neun Städte aus ebenso vielen Ländern gemeinsam zur Kulturstadt Europas erhoben. Dabei wurden nicht nur große Kulturmetropolen ausgewählt, sondern auch kleinere Städte mit außergewöhnlicher kultureller Ausstrahlung. Zum ersten Mal waren auch Städte aus Nachbarländern der EU mit von der Partie.

Ab 2005 wurde das Kulturstadt-Programm als europäische Gemeinschaftsaktion fortgeführt und finanziell gefördert. In einer bis 2019 festgelegten Reihenfolge schlugen die 15 „alten“ EU-Mitgliedstaaten jeweils eine ihrer Städte als Kulturhauptstadt Europas vor. Parallel dazu kamen ab 2009 auch die neuen EU-Mitglieder zum Zuge. Inzwischen liegt ein Beschluss zur Fortsetzung des Programms in den Jahren 2020 bis 2033 vor. Danach können jährlich weiterhin zwei EU-Länder eine ihrer Städte als Kulturhauptstadt nominieren und dabei auch die umgebende Region mit einbeziehen. Deutschland ist turnusgemäß 2025 wieder an der Reihe. Alle drei Jahre (ab 2021) nimmt zusätzlich ein Kandidatenland oder ein potenzielles Kandidatenland für die EU-Mitgliedschaft an der Aktion teil.

Damit die Bewerbung um den Kulturhauptstadt-Titel nicht zu bloßem Städtemarketing verkommt, wird von den Bewerbern erwartet, dass ihr Programm für das Hauptstadtjahr in eine langfristige Strategie für die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt unter aktiver Beteiligung der Bürger eingebettet ist und zugleich einen sichtbaren „europäischen Mehrwert“ hervorbringt. Dem dient die Begutachtung der Bewerbungen durch eine Auswahljury und – nachdem der EU-Ministerrat eine Kulturhauptstadt ernannt hat – die Überwachung der Vorbereitungen und die begleitende Beratung durch Experten. Auch ein engerer Erfahrungsaustausch mit anderen Kulturhauptstädten kann förderlich sein. Um die europäische Dimension zur Geltung zu bringen, soll das Programm die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit fördern und sowohl die Vielfalt als auch gemeinsame Aspekte europäischer Kultur hervorheben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2018
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