Strompreis für Haushalte

Strompreis für Haushalte

Infografik Nr. 737992

Der Blick auf die Stromrechnung macht im Allgemeinen wenig Freude. Für die komfortable Energiequelle muss doch immer ein gehöriger Teil des Haushaltsgelds ausgegeben werden. Aber es gibt europawei ...

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Der Blick auf die Stromrechnung macht im Allgemeinen wenig Freude. Für die komfortable Energiequelle muss doch immer ein gehöriger Teil des Haushaltsgelds ausgegeben werden. Aber es gibt europaweit beträchtliche Unterschiede bei den Stromkosten. Nimmt man die EU im Ganzen, mussten Privathaushalte mit einem Jahresverbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2017 durchschnittlich 20,4 Cent für eine Kilowattstunde ausgeben. Am günstigsten schnitten die Haushalte in Bulgarien ab, wo eine Kilowattstunde nur 9,6 Cent kostete. Die mit Abstand höchsten Strompreise wurden dagegen in Dänemark und Deutschland bezahlt: 30,5 Cent je Kilowattstunde – mehr als dreimal so viel wie in Bulgarien. Vergleichsweise teuer war Haushaltsstrom auch in Belgien (28,0 ct je kWh), Irland (23,1 ct), Spanien (23,0 ct) und Portugal (22,8 ct), ausgesprochen billig dagegen auch in Litauen (11,2 ct), Ungarn (11,3 ct) und Rumänien (12,0 ct). Im Mittelfeld bewegten sich die Niederlande (15,6 ct), Frankreich (16,9 ct) und Großbritannien (17,7 ct).

Bei einem Vergleich der Strompreise muss man die von Land zu Land unterschiedlichen Produktionskosten in Rechnung stellen, den jeweiligen Energiemix in der Stromerzeugung sowie die Kosten des Verteilernetzes und der Netzregulierung. Diese Ausgangsbedingungen sorgen schon für deutliche Preisdifferenzen. Die großen Unterschiede im Endverbraucherpreis sind aber auf die zusätzlichen Abgaben und Steuern zurückzuführen, die auf die reinen Produktions- und Verteilungskosten aufgeschlagen werden.

Solche Zusatzabgaben fallen vor allem in den Hochpreisländern Dänemark und Deutschland ins Gewicht. So hätten die deutschen Haushalte für eine Kilowattstunde ohne Steuern und Abgaben im ersten Halbjahr 2017 nur 13,9 Cent bezahlen müssen. Es wurden auf diesen Ausgangspreis also noch 16,6 Cent je kWh aufgeschlagen; das entspricht 54 % des Endpreises. Neben der Mehrwertsteuer fällt hier insbesondere die Ökostrom-Umlage ins Gewicht, mit der ein Teil der Belastungen durch die Energiewende auf die Verbraucher umgelegt wird. Noch höher ist der Anteil der zusätzlichen Kostenelemente in Dänemark: Dort belief er sich im ersten Halbjahr 2017 auf 67 % des Endpreises. Die Entwicklung der Zusatzabgaben hatte in Deutschland zur Folge, dass sich der Haushaltsstrom zwischen 2007 und 2017 um 10,2 Cent je kWh verteuerte, obwohl sich der Strompreis ohne Abgaben in dieser Zeit nur um 1,6 Cent erhöhte. Durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter können die Haushalte aber zumindest einen Teil des Preisanstiegs auffangen. 2016 machten davon in Deutschland 3,6 Millionen Haushaltskunden Gebrauch.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2018
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