Abhängigkeit von Energieimporten in der EU

Abhängigkeit von Energieimporten in der EU

Infografik Nr. 755025

In der Energiepolitik geht zwischen den EU-Ländern noch wenig zusammen. Jeder Mitgliedstaat setzt auf sein eigenes Versorgungsmodell, auch die Vernetzung der Gas- und Stromversorgung ist zum Teil ...

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In der Energiepolitik geht zwischen den EU-Ländern noch wenig zusammen. Jeder Mitgliedstaat setzt auf sein eigenes Versorgungsmodell, auch die Vernetzung der Gas- und Stromversorgung ist zum Teil noch unzulänglich. Dabei sind alle EU-Länder von Energieimporten abhängig und damit anfällig für Blockaden, die ihre Versorgungssicherheit gefährden. Seit 2004 importiert die EU mehr Energie als sie selbst produziert. 2015 lag die Energieimportabhängigkeit im Durchschnitt aller 28 EU-Staaten bei 54 % des Bruttoverbrauchs, Mitte der 1990er Jahre dagegen erst bei 43 %. Am höchsten ist die Importabhängigkeit bei Rohöl und Mineralölerzeugnissen (89 %) sowie bei Gas (69 %).

Unter den Mitgliedstaaten variiert der Grad der Abhängigkeit aber zum Teil erheblich. So sind Zypern oder Malta fast vollständig auf Importe angewiesen, um ihren Energiebedarf zu decken. Italien und Spanien müssen rund drei Viertel ihres Bedarfs einführen und auch Deutschland ist (mit 62 %) stark von Importen abhängig. Dagegen haben Rumänien, Dänemark und Estland die niedrigsten Abhängigkeitsquoten. Das hängt einerseits mit dem heimischen Energiebedarf zusammen, der in einem weniger entwickelten und bevölkerungsärmeren Land geringer ausfällt als in den bevölkerungsreichen Industriestaaten Westeuropas. Andererseits spielt auch die eigene Ressourcenausstattung eine Rolle. So war Dänemark dank seiner Öl- und Gaslagerstätten in der Nordsee (und seiner Windkraftanlagen) lange Zeit sogar Nettoexporteur von Energie. Seit 2013 übersteigt aber auch Dänemarks Energieverbrauch die eigene Produktion.

Die Energieabhängigkeit der EU wird noch dadurch verstärkt, dass sich ihre Energieimporte auf wenige Lieferländer verteilen. Bei Erdgas und Erdöl stehen seit Jahren Russland und Norwegen an der Spitze. Wichtige Öl- und Gaslieferanten sind (mit geringeren Anteilen) auch Algerien, Nigeria und Saudi-Arabien. Festbrennstoffe wie Kohle bezieht die EU vor allem aus Russland, Kolumbien und den USA.

Unter dem Eindruck der Ukraine-Krise (2014), welche die Risiken der Abhängigkeit vom Energielieferanten Russland erneut vor Augen führte, erhielten die Bemühungen um eine gemeinsame Energiepolitik der EU zeitweilig Auftrieb. 2015 legte die EU-Kommission eine Strategie für eine Energieunion vor, zu deren Schwerpunkten die Versorgungssicherheit zählt. Wichtige Pfeiler sind die Diversifizierung der Lieferanten und Versorgungswege, ein breiterer Energiemix, eine effizientere Energieproduktion in der EU und eine verbesserte Energieinfrastruktur. Erschwert wird eine Energieunion jedoch durch die immer noch sehr unterschiedlichen Energiestrategien der EU-Mitgliedstaaten und den künftigen Austritt Großbritanniens.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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