Die private Stromrechnung

Die private Stromrechnung

Infografik Nr. 737993

Wie viel Strom verbrauchen die europäischen Haushalte eigentlich? Das ZAHLENBILD gibt Antworten.

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Im privaten Haushalt ist der elektrische Strom eine unverzichtbare Energiequelle. Strom sorgt für Wärme, Licht und Kühlung, treibt Hausgeräte und Werkzeuge an und sorgt für Verbindung mit der Außenwelt – und das alles auf bequeme Art und Weise. Nach Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat für das Jahr 2018 entfallen im Durchschnitt 25 % des Endenergieverbrauchs in den Privathaushalten der EU auf elektrischen Strom. Deutlich höher ist der Strom-Anteil u.a. in Schweden (52 %), Spanien (43 %), Bulgarien (42 %) und Frankreich (35 %), niedriger in Italien (18 %), Rumänien (14 %), Polen (13 %) und Lettland (12 %). In Deutschland kommen 20 % des Endenergieverbrauchs aus der Steckdose.

Im Durchschnitt verbrauchen die Privathaushalte in der EU 3 640 Kilowattstunden Strom im Jahr. Einen wesentlich höheren Stromverbrauch weisen die nordischen Länder Finnland (8 490 kWh) und Schweden (8 595 kWh) auf. Über dem europäischen Durchschnitt liegt er unter anderem auch in Frankreich (5 315 kWh), Österreich (4 525 kWh) und Spanien (4 035 kWh). Das erklärt sich aus der Struktur der Energieversorgung in diesen Staaten, aus der Nutzung günstiger Stromquellen (Wasserkraft, Atomkraft) und aus der geringeren Rolle anderer Energieträger. Deutschland bewegt sich mit 3 140 kWh je Haushalt und Jahr dagegen schon unterhalb des Mittelwerts. Erst recht gilt dies für Länder wie Polen (2 005 kWh) und Rumänien (1 705 kWh).

Ein Faktor, der den Stromverbrauch beeinflusst, ist die Ausstattung mit elektrisch betriebenen Geräten. Im europäischen Querschnitt entfallen etwa 15 % des Haushaltsstromverbrauchs auf die Raumheizung und -kühlung, je 12% auf die Warmwasserbereitung und das Kochen sowie stolze 57% auf Elektrogeräte – von der Waschmaschine bis zum Computer – und auf die Beleuchtung.

Wie stark der Stromverbrauch die Haushaltskasse belastet, hängt aber nicht nur von den Kilowattstunden ab, die über den Zähler laufen. Eine entscheidende Rolle spielt der Strompreis. Der weicht zwischen den EU-Ländern weit voneinander ab – nicht allein wegen der unterschiedlichen Produktions- und Übertragungskosten, sondern auch wegen der jeweiligen steuer-, sozial-, energie- und klimapolitischen „Aufladung“ der Stromgebühren. Im ersten Halbjahr 2020 hatte Deutschland mit knapp über 30 Cent je kWh den höchsten Strompreis für einen mittleren Haushalt in der EU; Steuern und Abgaben machten davon mehr als die Hälfte aus. In Ungarn und Bulgarien war Strom mit rund 10 Cent am billigsten. Diese Unterschiede fallen schon beim Betrieb eines einzelnen Hausgeräts deutlich ins Gewicht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2020
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