Einsätze der EU im Ausland

Einsätze der EU im Ausland

Infografik Nr. 715215

Im Rahmen ihrer Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik will die EU zur Verhütung und Bewältigung externer Krisen beitragen. Seit 2003 war sie mit mehr als vierzig zivilen und militärischen Missionen in anderen Teilen der Welt präsent. Was sind die Aufgaben solcher Missionen? Und welche Einsätze werden derzeit durchgeführt? Das Wichtigste per Text und Kartenbild!

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Im Rahmen ihrer Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) will die EU zur Verhütung und Bewältigung externer Krisen beitragen und entsendet dazu zivile und militärische Missionen in Konfliktgebiete außerhalb ihrer Grenzen. Solche Missionen werden vom Hohen Vertreter für Außenpolitik oder einem Mitgliedstaat beantragt. Sie müssen vom Rat der EU einstimmig beschlossen werden; dieser kann einzelne Mitgliedstaaten mit ihrer Durchführung beauftragen. Das Einsatzspektrum wird durch die „Petersberg-Aufgaben“ abgesteckt. Diese wurden 1992 durch die Westeuropäische Union beschlossen, später in die EU-Grundverträge übernommen und ausgeweitet; sie umfassen humanitäre Aufgaben und Rettungseinsätze, zivile und militärische Beratung und Unterstützung, friedenserhaltende Maßnahmen, Terrorismusbekämpfung und Kampfeinsätze. Schwerpunkt der EU-Sicherheitspolitik ist das internationale Krisenmanagement – ausgehend von der Einsicht, dass Krisen in anderen Teilen der Welt die Sicherheit Europas gefährden können.

Seit der ersten EU-Mission (EUPM Bosnien und Herzegowina 2003 -2012) führte die EU mehr als 40 Einsätze auf dem West-Balkan, in Afrika, Osteuropa und im Nahen Osten durch. 22 Missionen laufen derzeit noch. Bei den meisten handelt es sich um zivile Missionen mit Aufgaben wie der Ausbildung von Sicherheitskräften, dem Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen, der Grenzbeobachtung und -kontrolle, der Abwehr hybrider Angriffe oder der Bewältigung von Kriegsfolgen. Militärische Missionen können dagegen von militärischer Beratung bis zu Kampfeinsätzen reichen. Eine wichtige Rolle spielt die Entsendung von Marineeinheiten zur Sicherung und Überwachung der Seewege vor Somalia, im Roten Meer und im Mittelmeer. Einen neuen Ansatz ziviler und militärischer Unterstützung verfolgt die Mission im Golf von Guinea zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft von vier Golf-Anrainerstaaten.

Zur Erweiterung ihrer sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit beschloss die EU bereits 1999 die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe, 2004 wurde jedoch die Bildung der EU-Battlegroups vorgezogen. Ab 2007 standen zwei mobile Kampftruppen aus je 1 500 Soldaten bereit. Der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 beschlossene Strategische Kompass der EU betonte die Notwendigkeit einer Schnellen Eingreiftruppe (Rapid Deployment Force). Mit ihr verfügt die Union seit Mai 2025 über ein rasch einsetzbares militärisches Instrument zum Schutz der Bürger und der internationalen Sicherheit. Sie besteht aus bis zu 5 000 Kräften, die aus den Battlegroups und nationalen Truppenteilen zusammengezogen werden. 

Ausgabe: 10/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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