Warenhandel der EU-27 mit Großbritannien
Infografik Nr. 725626
Die EU und Großbritannien sind auch nach dem Brexit noch wichtige Handelspartner füreinander. Aber der Umfang des Warenhandels ist deutlich geschrumpft. Das Diagramm zu diesem ZAHLENBILD zeigt die Entwicklung der Exporte und Importe vor und nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Man sieht daran, wie wichtig der Binnenmarkt für den Außenhandel der EU-Länder ist.
Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich (Großbritannien) bleiben auch nach dem Brexit bedeutende Handelspartner füreinander. 2025 exportierte die EU-27 Güter im Wert von 354 Mrd € nach Großbritan-nien, was einem Anteil von 13,1 % am gesamten Warenexport der EU entsprach. Unter den Export-Handelspartnern der EU belegte Großbritannien damit den zweiten Rang hinter den USA. In Gegenrichtung wurden Waren im Wert von 159 Mrd € aus Großbritannien in die EU importiert; das ergab einen Anteil von 6,3 % am gesamten Warenimport der EU. Großbritannien war damit immer noch der drittgrößte Import-Handelspartner der EU nach China und den USA.
Nach der Brexit-Abstimmung von 2016, die eine knappe Mehrheit für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ergab, schwächten sich die Handelbeziehungen zwischen der Britischen Insel und der übrigen EU schon deutlich ab. Export- und Import-Anteile Großbritanniens am Außenhandel der EU-Partner verringerten sich kontinuierlich. Ein deutlicher Bruch erfolgte jedoch Ende 2020, als das Vereinigte Königreich, das die EU bereits am 31.1.2020 verlassen hatte, auch aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion ausschied, denen es übergangsweise noch angehörte.
Für die beiderseitigen Handelsbeziehungen galten seit dem 1.1.2021 die Regelungen des zwischen der EU und Großbritannien abgeschlossenen Handels- und Kooperationsabkommens. Dieses sollte einen weiterhin zoll- und quotenfreien Warenhandel ermöglichen. Dafür litt der Warenaustausch aber unter zahlreichen neuen bürokratischen Anforderungen, die vor allem kleinere britische Exportunternehmen zwangen, ihren Handel mit der EU aufzugeben. Infolgedessen sank nicht nur der Export- und Importanteil Großbritanniens am EU-Außenhandel, es ging auch ein Großteil der Warenvielfalt im wechselseitigen Handel verloren. Ein Bericht der BBC nennt Zahlen für den Rückgang des Lkw-Verkehrs durch den Kanaltunnel als Beispiel dafür, wie der Brexit den Strom hochwertiger, wirtschaftlich wichtiger Warenlieferungen ausbremste: Wurde der Tunnel 2016 noch von 1,64 Mio Lkws passiert, waren es 2025 nur noch 1,16 Mio – ein Minus von nahezu 30 %.
Schätzungen verschiedener Wirtschaftsforschungsinstitute kommen zu dem Ergebnis, dass das Handelsvolumen zwischen Großbritannien und der EU-27 zehn Jahre nach dem Brexit etwa 14 bis 16 % geringer war als es bei einem Verbleib Großbritanniens in der EU gewesen wäre. Viel besser als der Warenhandel entwickelte sich der Austausch von Dienstleistungen. Hier hat die britische Wirtschaft ihre besondere Stärke.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |