Die jüngsten und die ältesten Bevölkerungen

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Die jüngsten und die ältesten Bevölkerungen

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Die jüngsten und die ältesten Bevölkerungen

Das mittlere Alter einer Menschengruppe oder einer Gesellschaft besagt, dass die eine Hälfte ihrer Mitglieder jünger und die andere älter ist als dieser Mittelwert (Median). Bevölkerungsexperten der Vereinten Nationen schätzen, dass das mittlere Alter der Weltbevölkerung 2015 bei 29,6 Jahren liegt. 1970 belief es sich auf 21,5 Jahre. Seitdem „altert“ die Weltbevölkerung: Die Trennlinie zwischen der jüngeren und der älteren Hälfte der Bevölkerung verschiebt sich immer weiter nach oben. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen steigt die durchschnittliche Lebenserwartung, so dass immer mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen und die älteren Jahrgänge anteilig stärker ins Gewicht fallen. Zum anderen geht die Fruchtbarkeit zurück: Die Zahl der Kinder, die eine Frau im Lauf ihres Lebens zur Welt bringt, sinkt allmählich. Wurden auf der Erde 1965/70 rein rechnerisch noch 4,92 Kinder je Frau geboren, so waren es 2010/15 nur noch 2,51 Kinder je Frau.

Wie sich der Altersaufbau der Bevölkerung verändert, wenn sie wegen niedriger Fruchtbarkeit nur noch langsam oder gar nicht mehr wächst und die Menschen zugleich immer älter werden, lässt sich an den entwickelten Ländern am besten studieren. Betrachtet man sie in ihrer Gesamtheit, so leben dort heute schon mehr Senioren (ab 60 Jahren) als Kinder (unter 15). Und nach den Vorausberechnungen der UN-Experten wird die Zahl der Älteren 2050 sogar schon mehr als doppelt so hoch sein wie die der jüngeren Jahrgänge. Das mittlere Alter der Bevölkerung in den entwickelten Ländern steigt demzufolge rasch weiter an. Am höchsten ist es dort, wo die Geburten schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr ausreichen, um die jeweilige Elterngeneration zu ersetzen. Japan mit seiner hohen Lebenserwartung weist 2015 mit einem mittleren Alter von 46,5 Jahren die älteste Bevölkerung auf. Es folgt Deutschland (mit 46,2 Jahren) vor der Karibikinsel Martinique und Italien. Sieben der zehn „ältesten“ Länder liegen in Europa.

In den weniger entwickelten Ländern ist der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung vorerst noch gering. Nachdem die Fruchtbarkeit in den letzten Jahrzehnten aber deutlich zurückgegangen ist, stehen die meisten dieser Länder am Beginn einer Phase, in der ihre Bevölkerung ebenfalls rasch altert. In den am wenigsten entwickelten Ländern herrscht jedoch nach wie vor ein hohes Bevölkerungswachstum und eine vergleichsweise niedrige Lebenserwartung. Das Land mit der jüngsten Bevölkerung ist Niger, wo die Hälfte der Menschen weniger als 14,8 Jahre alt ist. Neun weitere afrikanische Länder folgen auf den nächsten Rängen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2015
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