Energiearmut

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Energiearmut

Energiearmut, also der fehlende oder eingeschränkte Zugang zu modernen Energien, ist in den Ländern der Dritten Welt weit verbreitet und stellt eines der grundlegenden Hindernisse für ihre sozioökonomische Entwicklung dar. Für die Armutsbekämpfung ist der Zugang der Menschen zu einer verlässlichen und effizienten Energieversorgung daher von mitentscheidender Bedeutung. Den Entwicklungsländern und der ganzen übrigen Welt wäre aber nicht geholfen, wenn die noch unterversorgten Weltregionen in gleicher Weise wie die Industrie- und Schwellenländer von fossilen Energieträgern abhängig würden. Der Schlüssel liegt vielmehr in der Bereitstellung nachhaltig erzeugter Energien (Solarenergie, Biogas usw.)

Nach dem heutigen Stand müssen weltweit 1,2 Mrd Menschen – das entspricht rund einem Sechstel der Weltbevölkerung – ohne elektrischen Strom auskommen. Die ärmeren Haushalte behelfen sich ersatzweise mit Kerzen, Petroleum- oder Kerosinlampen. Aber deren Lichtausbeute ist gering, Brennstoffdämpfe sind gesundheits- und umweltschädlich und die Brandgefahr ist groß. Stünde elektrischer Strom zur Verfügung, könnten auch Geräte wie Kühlschränke oder Computer betrieben werden. Am größten ist der Mangel in Afrika südlich der Sahara, wo 68 % der Bevölkerung keinen Zugang zur Stromversorgung haben; in der Demokratischen Republik Kongo sind es sogar 91 %.

Ein weiterer Aspekt der Energiearmut ist die traditionelle Verwendung von Biomasse beim Kochen der Mahlzeiten. Als Brennstoffe dienen u.a. Holz, Holzkohle, Laub, Ernteabfälle oder Dung. Die ärmsten Haushalte verfügen oft nur über simple Drei-Steine-Feuer. Weit verbreitet sind auch Lehmöfen und Kochstellen aus Metall oder Backstein, die ohne Schornstein oder Abzug betrieben werden. Sie nutzen den Brennstoff schlecht aus und verursachen durch ihren Rauch Gesundheitsschäden. Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich mehr als 4 Mio Menschen an den Folgen der Luftbelastung durch häusliche Feuerstätten. Hinzu kommen Umweltschäden durch den Raubbau an Wäldern und Buschlandschaften und der enorme Zeitaufwand für das Sammeln von Feuerholz usw. Etwa 2,7 Mrd Menschen sind noch immer auf die althergebrachte Art der Befeuerung angewiesen, davon allein 1,9 Mrd in den Entwicklungsländern Asiens (51 % der Bevölkerung dieser Weltregion). In Afrika südlich der Sahara sind sogar für 80 % der Bevölkerung noch die traditionellen Kochstellen in Gebrauch. Die Energiearmut zu bekämpfen erfordert verstärkte Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft. Andernfalls wird das Nachhaltigkeitsziel der UN, bis 2030 einen universellen Zugang zu modernen Energien zu ermöglichen, kaum erreicht werden.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2016
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