Zuwanderung nach Deutschland 1990-2025
Infografik Nr. 035240
Seit der deutschen Einigung wanderten fast jedes Jahr mehr Menschen nach Deutschland ein als gleichzeitig fortzogen. Spätaussiedler, Asylbewerber, Flüchtlinge und die Zuwanderung von Fachkräften trugen zu dieser Entwicklung bei. Aber die Geschichte der Zuwanderung reicht noch weiter zurück. Sehen Sie selbst!
In Deutschland lebten 2025 knapp 22 Millionen Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte. Das heißt: 26 % der Bevölkerung waren entweder selbst eingewandert oder stammten von Eltern ab, die beide als Einwanderer nach Deutschland kamen. Auch wenn ein guter Teil davon (knapp 9 Mio) erst seit 2005 ins Land kam, reicht die Geschichte der Bundesrepublik als faktisches Einwanderungsland über rund 70 Jahre zurück. Am Anfang stand die Arbeitskräfte-Zuwanderung der 1960er Jahre. In einer Phase akuten Arbeitskräftemangels warb die Bundesrepublik damals ausländische „Gastarbeiter" an, die später oft Angehörige nachholten und sich auf Dauer in Deutschland niederließen. Auch nachdem 1973 ein Anwerbestopp verfügt wurde, gab es noch eine lebhafte Zuwanderung durch den Nachzug von Familienmitgliedern und durch Einreisen aus den Ländern der Europäischen Gemeinschaft. Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschlechterte, herrschte aber auch in Gegenrichtung rege Betriebsamkeit. Auf diese Weise standen Zu- und Abwanderung bis Ende der 1980er Jahre unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Konjunktur.
In den frühen 1990er Jahren entwickelte sich das vereinigte Deutschland dann zu einem bevorzugten Ziel für Asylbewerber und Flüchtlinge. Vor allem die Kriege auf dem Balkan, die mit dem Zerfall Jugoslawiens ab 1991 einhergingen, lösten eine starke Fluchtbewegung nach Deutschland aus, wo den Ankömmlingen allerdings nur eine vorübergehende Duldung gewährt wurde (erst ab 2013 erhielten Menschen, die sich vor Krieg und Bürgerkrieg in Sicherheit brachten, subsidiären Schutz, wenn sie bei einer Rückkehr in die Heimat mit „ernsthaftem Schaden“ rechnen mussten). Hinzu kamen die Zuzüge von Spätaussiedlern aus Osteuropa und der Sowjetunion bzw. deren Nachfolgestaaten.
Auf die hohen Asylbewerberzahlen und die fremdenfeindlichen Ausschreitungen zu Beginn der 1990er Jahre reagierte die Politik 1993 mit der Neuregelung (und faktischen Einschränkung) des Asylrechts. Die Zuwanderung ebbte allmählich ab und 2008/09 verließen sogar mehr Menschen die Bundesrepublik als neu ins Land kamen. Dabei hatte das Zuwanderungsgesetz 2005 die Bedingungen für Einwanderung und Bleiberecht erstmals so geregelt, dass Zuwanderern eine dauerhafte Perspektive geboten wurde.
Das Wanderungsgeschehen stand 2015/16 und ab 2022 unter dem Einfluss der massiven Fluchtbewegungen, die durch die Kriege in Syrien und der Ukraine hervorgerufen wurden. 2020 bzw. 2023/24 ebnete die Gesetzgebung den Weg für die Einwanderung qualifizierten Personals, um so dem verbreiteten Fachkräftemangel zu begegnen. Demgegenüber wurde die Abwehr illegaler Zuwanderung zuletzt verstärkt.
| Ausgabe: | 07/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |