Geburtenentwicklung in Deutschland

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Geburtenentwicklung in Deutschland

Die Geburtenentwicklung in Deutschland seit 1945 zeigt einen stark schwankenden Verlauf. In ihr spiegeln sich einerseits die Verwerfungen im Altersaufbau der Bevölkerung, die überwiegend auf die Menschenverluste der beiden Weltkriege zurückzuführen sind und so noch Generationen später nachwirken. Und sie ist andererseits geprägt durch die Veränderung des generativen Verhaltens, also der Summe ganz persönlicher Entscheidungen darüber, wie viele Kinder eine Frau, und wann, zur Welt bringt.

Eine erste starke Zunahme der Geburten war um das Jahr 1950 zu verzeichnen, als viele Paare die im Krieg und in der unmittelbaren Nachkriegszeit aufgeschobene Familiengründung nachholten. Ein weiteres Geburtenhoch folgte im familienbetonten gesellschaftlichen Umfeld der frühen 1960er Jahre. Auf seinem Höhepunkt (1964) kamen in West- und Ostdeutschland 1,36 Millionen Kinder zur Welt. Danach fiel die Geburtenhäufigkeit aber innerhalb eines Jahrzehnts so steil ab, dass 1975 nur noch 782000 Neugeborene registriert wurden. Eine der Ursachen für diesen Geburtenrückgang, der ähnlich auch in anderen Staaten Europas zu beobachten war, lag in der zunehmenden Bildungsbeteiligung und Erwerbstätigkeit der Frauen; hinzu kam die Verbreitung der „Pille“, die eine bewusste Familienplanung erleichterte, und – in der DDR – die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs (1972).

Ab Mitte der 1970er Jahre entwickelte sich das Geburtengeschehen in den beiden deutschen Staaten auf getrennten Pfaden. Im damaligen Bundesgebiet blieb die Geburtenzahl weiterhin niedrig und stieg erst gegen Ende der 1980er Jahre wieder, als die starken Frauenjahrgänge der sechziger Jahre in das Alter vorrückten, in dem sie selbst Kinder bekamen. Die DDR reagierte dagegen mit Maßnahmen zur Familien- und Geburtenförderung auf die rückläufige Geburtenentwicklung und erreichte so, dass wieder mehr Kinder geboren wurden. Nach der deutschen Einigung (1990) gingen die Geburten in Ostdeutschland aber fast schlagartig zurück – Ausdruck der sozialen Verunsicherung wie der Möglichkeit, neue Lebensentwürfe zu erproben, aber auch der Abwanderung junger Leute in Richtung Westen. Inzwischen weichen die Geburtenverhältnisse in Ost- und Westdeutschland nur noch wenig voneinander ab.

2011 erreichte die Zahl der Neugeborenen in der Bundesrepublik mit 663000 ihren bislang niedrigsten Stand. Seitdem stieg sie wieder an. 2015 kamen knapp 738000 Kinder zur Welt. Die zusammengefasste Geburtenziffer – sie zeigt an, wie viele Kinder eine Frau unter den aktuellen Gegebenheiten im Lauf ihres Lebens zur Welt bringen würde – kletterte erstmals seit 1982 auf 1,5 Kinder je Frau.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2016
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