Aussiedler / Spätaussiedler

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Aussiedler/Spätaussiedler

Für die Leiden, die Deutschland seinen östlichen Nachbarn im Zweiten Weltkrieg zufügte, mussten Millionen Deutsche mit ihrem Leben oder dem Verlust ihrer Heim ...

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Aussiedler/Spätaussiedler

Für die Leiden, die Deutschland seinen östlichen Nachbarn im Zweiten Weltkrieg zufügte, mussten Millionen Deutsche mit ihrem Leben oder dem Verlust ihrer Heimat bezahlen. Vor Ausbruch des Krieges lebten rund 18,3 Mio Deutsche im Gebiet der heutigen Staaten Ost- und Südosteuropas. Davon wohnten 9,6 Mio jenseits von Oder und Neiße im Osten des Deutschen Reiches. Außerhalb der Reichsgrenzen von 1937 lebten etwa 8,7 Mio Menschen deutscher Volkszugehörigkeit, die meisten davon in der Tschechoslowakei (3,5 Mio), in der Sowjetunion (1,4 Mio), in Polen (1,2 Mio) und Rumänien (0,8 Mio).

Im letzten Kriegsjahr setzten sich mit der zurückweichenden Ostfront mehrere Millionen Menschen nach Westen in Bewegung. Dieser Massenflucht folgte die Welle der Vertreibung von Deutschen aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie und aus den osteuropäischen Ländern, vor allem aus Polen und der Tschechoslowakei. Mit Ablauf des Jahres 1947 waren die Vertreibungsmaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen. Noch aber lebte im Osten Europas unter oft sehr ungünstigen, diskriminierenden Bedingungen eine große Zahl von Deutschstämmigen, denen die Bundesrepublik weiter die Tür offen hielt. Von ihnen kamen bis Mitte der 1980er Jahre noch einmal rund 1,3 Mio als Aussiedler ins Bundesgebiet.

Mit der Lockerung und späteren Freigabe der Ausreisebedingungen in den osteuropäischen Staaten verstärkte sich die Zuwanderung deutschstämmiger Aussiedler ab 1987. Ihren Höhepunkt erreichte sie 1990 mit der Ankunft von fast 400000 Menschen. Um die Situation in den Ausreisegebieten zu beruhigen und Schwierigkeiten bei der Integration der Ankömmlinge zu vermeiden, wurde 1993 das Aufnahmeverfahren geändert und die Zahl der jährlich Aufzunehmenden begrenzt. Aussiedlungswillige müssen seitdem im Herkunftsland abwarten, bis über ihren Antrag entschieden worden ist. Teil des Verfahrens ist ein Sprachtest, der feststellt, ob die Antragsteller über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Mit der abschließenden Anerkennung als Spätaussiedler (Bedingung: deutsche Volkszugehörigkeit, vor 1993 geboren) erwerben sie die deutsche Staatsangehörigkeit.

Inzwischen ist der Zuzug von Spätaussiedlern weitgehend versiegt, auch wenn die Erleichterung des Familiennachzugs zuletzt wieder eine leichte Zunahme zur Folge hatte. Heute leben noch etwa 750000 Angehörige deutscher Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Die Bundesrepublik bemüht sich, ihre Lage durch Bleibehilfen zu verbessern. Dazu stellt der Bund u.a. Mittel für gemeinschaftsfördernde und soziale Zwecke und für Partnerschaften mit deutschen Städten zur Verfügung.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2015
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