Das Rentenniveau

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Infografik Nr. 149350

Das Rentenniveau ist ein Maßstab für den Einkommensvergleich zwischen Rentenempfängern und aktiven Arbeitnehmern. Es gibt an, wie sich die sogenannte Standardrente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Versicherungsjahren zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen der Beschäftigten verhält. Seit der Rentenreform von 1957 ist das Rentenniveau eine der meistbeachteten sozialpolitischen Kenngrößen.

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Das Rentenniveau ist ein Maßstab für den Einkommensvergleich zwischen Rentenempfängern und aktiven Arbeitnehmern. Es gibt an, wie sich die sogenannte Standardrente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Versicherungsjahren zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen der Beschäftigten verhält. Steigt das Rentenniveau, so verbessert sich die Stellung der Rentner im Einkommensgefüge der Gesellschaft; sinkt es, fallen die Rentner gegenüber der allgemeinen Einkommensentwicklung zurück.

Seit der Rentenreform von 1957 ist das Rentenniveau eine der meistbeachteten sozialpolitischen Kenngrößen. Damals wurden die Renten in der Bundesrepublik Deutschland „dynamisiert“, d.h. durch regelmäßige Anpassung an die Lohnentwicklung der aktiven Bevölkerung gekoppelt. Die Rentner hatten in der Folge automatisch am steigenden Wohlstand teil. Gemessen am durchschnittlichen Nettoverdienst der Beschäftigten hatte ein Rentner ab Mitte der 1970er Jahre sogar mehr als 70 % dessen zur Verfügung, was ein Arbeitnehmer im Durchschnitt nach Hause brachte. Ein Rentenniveau in dieser Höhe konnte angesichts der demographischen Entwicklung aber nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Um die aktive Generation zu entlasten, die künftig für immer mehr Rentner aufkommen muss, beschloss der Gesetzgeber seit Anfang der 1990er Jahre eine Reihe von Reformmaßnahmen, von denen langfristig eine dämpfende Wirkung auf das Rentenniveau ausgeht. Stand früher die Stabilisierung des Rentenniveaus und damit die Sicherung des Lebensstandards der Rentner im Zentrum der Rentenpolitik, so rückte 2004 das Ziel der Beitragsstabilität in den Vordergrund. Dafür wurde ein Rückgang des Rentenniveaus in Kauf genommen, doch soll es eine bestimmte Schwelle vorerst nicht unterschreiten: 2018 wurde festgelegt, dass das Netto-Rentenniveau vor Steuern bis 2025 nicht unter die „Haltelinie“ von 48 % sinken darf. Bis 2030 soll es laut Gesetz nicht unter 43 % zurückgehen. Die Entwicklung macht es aber notwendig, dass die Versicherten zur Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards im Alter in wachsendem Umfang private Altersvorsorge betreiben.

Das Netto-Rentenniveau vor Steuern setzt die Standardrente nach Abzug des Beitrags zur Krankenund Pflegeversicherung ins Verhältnis zum durchschnittlichen Jahresarbeitsentgelt abzüglich der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung und der Aufwendungen für die Riester-Rente. Die Belastung durch Steuern wird ausgeklammert, da sie für die einzelnen Rentnerjahrgänge unterschiedlich ausfällt. In den 1990er Jahren lag das so berechnete Rentenniveau noch über 53 %; 2012 sank es unter die 50 %-Marke.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2020
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