Was kostet die Gesundheit?

Was kostet die Gesundheit?

Infografik Nr. 141265

Die Gesundheitskosten in Deutschland sind hoch, auch im internationalen Vergleich. 2024 stiegen die Ausgaben für die Gesundheit auf einen neuen Rekordwert. Welche Gesundheitsleistungen fallen am schwersten ins Gewicht?

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Die Kosten des Gesundheitswesens sind ein Dauerthema der sozialpolitischen Reformdiskussionen in der Bundesrepublik. Tatsache ist, dass sie über Jahrzehnte schneller anstiegen als die Wirtschaftsleistung und die Einkommen. Dazu trugen mehrere Ursachen bei: gesundheitspolitische Maßnahmen, die in den Leistungskatalog der Krankenversicherung eingriffen und den Kreis der Versicherten ausweiteten, die Entwicklung neuer, oft kostspieliger Diagnose- und Behandlungsmethoden, das Angebots- und Preisverhalten von Krankenhäusern, Ärzten, Pharmaindustrie usw., Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung, nicht zuletzt aber auch die wachsenden Ansprüche der Bürger an das Gesundheitssystem.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes gibt Auskunft über die Ausgabenentwicklung seit 1992. Damals wurden in Deutschland umgerechnet 159,2 Mrd € für die Gesundheit aufgewandt. 2024 wuchsen die Gesundheitsausgaben auf den Rekordwert von 538,2 Mrd €. Im internationalen Vergleich rangierte die Bundesrepublik 2024 mit Ausgaben von 12,3 % des Bruttoinlandsprodukts an zweiter Stelle hinter den USA (17,2 %) und vor Österreich, der Schweiz und Frankreich. Gemessen an den kaufkraftbereinigten Pro-Kopf-Ausgaben lag Deutschland 2024 mit rund 9 365 US-$ ebenfalls im oberen Feld, übertroffen nur von den USA (14 885 $), der Schweiz (9 963 $) und Norwegen (9 393 $).

Den Großteil der Gesundheitsausgaben in Deutschland tragen die gesetzlichen Krankenkassen: 2024 allein 300,8 Mrd € (56 %). Weitere 44,8 Mrd € (8 %) entfielen auf die private Krankenversicherung. Die Privathaushalte gaben zusätzlich 65,0 Mrd € für Gesundheitsleistungen aus und zahlten damit rund 12 % der Ausgaben aus der eigenen Tasche. Der Rest verteilte sich auf die Pflegeversicherung (12 %) und die übrigen Sozialversicherungsträger, die Arbeitgeber und die öffentlichen Haushalte.

Wozu dienen diese Beträge? Den größten Posten (136,0 Mrd €) bildeten die Ausgaben für Arzneimittel, Hilfsmittel, Zahnersatz und sonstigen medizinischen Bedarf. Fast ebenso hoch (135,9 Mrd €) waren die Ausgaben für pflegerische und therapeutische Leistungen. Hinzu kamen 36,1 Mrd € für Unterkunft und Verpflegung im Krankenhaus. Die Honorare für ärztliche Leistungen beliefen sich auf 127,2 Mrd €. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Gesundheitsausgaben auf breiter Front, am stärksten jedoch im Bereich der pflegerischen Leistungen (+11,6 %). Grund dafür waren u.a. die höheren Pflegepersonalkosten der stationären Einrichtungen und die Anhebung des Pflegegelds für die häusliche Pflege. 

Ausgabe: 05/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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