Organspende

Organspende

Infografik Nr. 141301

Für Menschen, die von schwerem Organversagen betroffen sind, ist eine Organtransplantation oft die einzige Chance, eine Besserung ihres Zustands zu erreichen oder am Leben zu bleiben. Solch ...

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Für Menschen, die von schwerem Organversagen betroffen sind, ist eine Organtransplantation oft die einzige Chance, eine Besserung ihres Zustands zu erreichen oder am Leben zu bleiben. Solche Transplantationen lassen sich erst seit wenigen Jahrzehnten mit bleibendem Erfolg durchführen. Entscheidend dafür war die Entwicklung von Medikamenten, mit denen Abstoßungsreaktionen gegenüber dem eingepflanzten fremden Organ verringert werden können. In Deutschland fanden seit der ersten Nierentransplantation im Jahr 1963 über 120000 Transplantationen statt. Als ständiger Engpass erweist sich aber die Verfügbarkeit geeigneter Organe von verstorbenen Personen. 2016 wurden 3049 Spenderorgane verpflanzt, auf der Warteliste stehen jedoch mehr als 10000 Patienten.

Die Zahl der Organspender in Deutschland (ohne Lebendspender) schwankte lange Zeit zwischen 1000 und 1300 pro Jahr. Die 2012 aufgedeckten Manipulationen in einigen deutschen Transplantationszentren untergruben jedoch das Vertrauen in einen verantwortungsvollen Umgang mit Spenderorganen. So gab es 2016 nur noch 857 Spender; die Zahl der gespendeten Organe (ohne Lebendspenden) lag bei 2867.

Neben dem kulturellen Hintergrund und der öffentlichen Stimmung hat die von Land zu Land unterschiedliche Gesetzgebung einen entscheidenden Einfluss auf die Anzahl der verfügbaren Organe. In den meisten europäischen Ländern gilt – anders als in Deutschland – die sogenannte Widerspruchsregelung. Verstirbt ein Mensch in Ländern mit dieser Gesetzesgrundlage (z.B. in Frankreich), wird er zum möglichen Organspender, sofern er einer Organentnahme nach seinem Tod nicht ausdrücklich widersprochen hat. Eine Sonderform dieser Regelung gewährt Angehörigen ein Einspruchsrecht; in anderen Ländern müssen die Angehörigen lediglich über die Organentnahme informiert werden. In Deutschland sind Organspende und -transplantation erst seit 1997 eindeutig geregelt. Umstritten waren besonders die sichere Feststellung des Todes und die Befugnis der Angehörigen, in die Organentnahme einzuwilligen. Durch das Transplantationsgesetz wurde die sogenannte erweiterte Zustimmungsregelung eingeführt. Sie sieht vor, dass der Verstorbene zu Lebzeiten per Organspendeausweis einer Organentnahme zugestimmt haben muss. Liegt keine Zustimmung vor, dürfen die Hinterbliebenen entscheiden. Laut Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verfügte 2016 knapp ein Drittel (32 %) der Befragten über einen Organspendeausweis. Um die Verteilung von Spenderorganen effizienter zu gestalten, wurde 2016 die Einrichtung eines zentralen Transplantationsregisters beschlossen.

Reihe: 53
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Ausgabe: 02/2017
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